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Volksschauspielerin Ruth Drexel gestorben

Die bayerische Volksschauspielerin Ruth Drexel ist tot. Die Regisseurin und Theaterintendantin, die insbesondere als Mutter des "Bullen von Tölz" bundesweit bekannt wurde, starb bereits am vergangenen Donnerstag im Alter von 78 Jahren. "Wir sind alle tief bewegt und sehr traurig über ihren Tod. Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie und ihren Angehörigen", so Sat.1-Sprecherin Diana Schardt.
Seit der ersten Folge 1995 war Drexel in der beliebten Sat.1-Reihe als resolute Pensionswirtin Resi Berghammer und Mama von Titeldarsteller Ottfried Fischer zu sehen. "Wir können uns einen 'Bullen von Tölz' ohne Resi Berghammer nur sehr schwer vorstellen. Ich gehe nicht davon aus, dass wir weiterdrehen", so Schardt weiter.

Die gebürtige Niederbayerin Ruth Drexel stand als Schauspielerin bereits seit 1953 im In- und Ausland auf den Bühnen der Theaterhäuser. Als Absolventin der renommierten Münchner Otto-Falckenberg-Schule gehörte in den 50er Jahren dem berühmten Berliner Ensemble von Bertolt Brecht an. Auch als Regisseurin und Intendantin war sie erfolgreich. Als erste Frau inszenierte sie 1981 am bayerischen Staatsschauspiel und leitete zwischen 1988 und 2002 als Intendantin das Münchner Volkstheater. In ihrer jahrzehntelangen Karriere als Schauspielerin erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Deutschen und den Bayerischen Fernsehpreis sowie den Adolf-Grimme-Preis.

Ottfried Fischer zum Tod von Ruth Drexel

Im fernen Kanada erreichte mich heute nacht die Nachricht vom Tod meiner Kollegin Ruth Drexel. Es ist sehr schwer Worte zu finden, wenn sich ein Mensch, der einen ein großes Stück des Weges begleitet hat, für immer verabschiedet. Ohne sie wäre ein Teil meines Lebens und ein Teil der Kultur des bayerischen Volksschauspiels sicher anders und weniger erfolgreich verlaufen.

Ruth war das, was sich ein Kulturschaffender wünscht: Eine große Volksschauspielerin, eine vorbildliche Verfechterin ihrer Werte und eine gute Organisatorin. Sie war der Inbegriff einer emanzipierten Frau. Wenn man weiß, daß sie auch das Münchner Volkstheater und die Tiroler Volksschauspiele in Telfs geleitet hat, dann sieht man, mit welchem Einsatz sie ihr Publikum und ihre Kunst geliebt hat.

Konsequent ging sie ihren Weg. Auch den letzten: Mit ihren Liebsten verbrachte sie das Begräbnis allein. Ohne Rummel, einfach so, wie Sie es geplant hatte. Das respektiere ich genauso wie alle anderen Geschäftspartner und Kollegen.

Mir bleibt nur laut zu rufen: Servus Mamma! Der Benno und der Ottfried denken an Di!


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