INTERVIEW MIT ALEXANDER WALZER

Sie gelten als Verkaufsgenie. Wie lautet Ihr Geschäftsprinzip?
Ob jemand für einen Euro oder für tausend Euro einkauft, jeder möchte respektvoll behandelt werden. Ich heiße meine Kundschaft herzlich willkommen und bedanke mich für den Einkauf. Das ist schon mal selten geworden im deutschen Einzelhandel. Oft genug werden Kunden nur als Sparschwein angesehen, das es zu schlachten gilt. Ich bin nicht mit dem goldenen Löffel auf die Welt gekommen und vergesse nicht, woher ich komme und worauf es im Leben wirklich ankommt.

Was treibt Sie an?
Früher war das nur das Geldverdienen. Leider ist mir das Geld oft genauso schnell, wie ich es verdient habe, wieder durch die Hände gerieselt. Heute achte ich viel mehr darauf, die Kunden noch besser zu verstehen, ihnen zu helfen, sie auf meine Art glücklich zu machen. Das motiviert mich.

Kann man lernen, ein Macher zu werden?
Manche Menschen haben das einfach im Blut, was nicht unbedingt mit den Genen zusammenhängt. Wenn jemand die Grundpower hat, im Leben ein bestimmtes Ziel erreichen zu wollen – reich werden, sich sozial engagieren etc. – und seinen Job aus tiefster Überzeugung macht, wird er immer erfolgreich sein. Menschen mit solchen Voraussetzungen kann man auch leicht coachen, in welche Berufsrichtung auch immer. Wenn man an sich glaubt und sein Ziel fokussiert, erreicht man es auch.

© Frank Dicks - Sat1

Welche Eindrücke haben Sie vom Casting in Oberhausen mitgenommen?
Mich hat der Anteil an jungen Leuten total überrascht. Welche Gedanken die sich schon mit 17, 18 Jahren über erneuerbare Energie usw. machen, Hut ab! Die werden noch was bewegen! Dass überhaupt so viele Leute für eine Minute Präsentation mehrere Hundert Kilometer fahren, ist für mich unvorstellbar und anerkennenswert.

Wonach bewerten Sie die Kandidaten?
Ich stelle mir die Fragen: Wie ist die Idee an sich? Gibt es sie schon? Macht sie Sinn oder handelt es sich um einen Partygag? Können sie viele Menschen brauchen? Am Ende zählt auch der Preis-Aspekt. Was nützt die tollste Erfindung, wenn sie sich keiner leisten kann?

Wie verläuft die Arbeit mit Ihren Jury-Kollegen?
Barbara Eligmann saß beim Casting direkt neben mir. Eine Persönlichkeit, die ich vorher nur aus dem Fernsehen kannte. Sie ist eine sehr liebe Person, eine fürsorgliche Mama und hochprofessionelle Kollegin. Da kann ich noch viel lernen, bei ihr „klaue“ ich förmlich mit den Augen.

Ihr Jury-Kollege Michael Michalsky kommt scheinbar aus einer ganz anderen Welt. Wie verstehen Sie sich mit ihm?
Bei unserem ersten Treffen dachte ich noch: „Was für ein buntes Paradiesvögelchen!“ In Oberhausen haben wir uns oft unterhalten und einige Gemeinsamkeiten entdeckt. Er ist im Inneren normal und nett geblieben, ansonsten gern extrovertiert wie ich. Außerdem gefällt mir sein Modegeschmack, die Schuhe, wie er die Jeans trägt. Natürlich geht es in seinem Leben viel um Design, Partys, Fashion Shows usw. Ich freue mich, wenn ich mit meiner Frau und meinem Hund auch mal zu Hause bin, er braucht den Trubel. Aber was mir wirklich an ihm gefällt: Er sagt ungeschminkt sein Meinung, das schätze ich sehr!

Ihr Name wird in den Medien häufig mit dem Attribut „Ramsch-Millionär“ versehen. Wie gefällt Ihnen das?
Passender wäre vielleicht „Verkaufsprofi“, aber letztlich ist mir egal, wie mich die Leute nennen, am Ende bin ich Alex. „Ramsch“ ist ein vollkommen subjektiver Begriff. Für den einen hat ein Gegenstand wenig Wert, jemand anders findet den gleichen Gegenstand schön und erfreut sich daran, das ist reine Geschmackssache.

Die beste Idee, die sie je hatten, war…
… vor fast zwölf Jahren meine heutige Frau anzusprechen. Sie war Kundin bei mir im Laden und hat eine Uhr und ein paar Schuhe gekauft. Zu meinem Glück waren es zwei Schuhe verschiedener Größen, so dass sie den falschen Schuh umtauschen und wiederkommen musste. Zunächst wollte sie nicht, weil ich zu ihr sagte: „Wenn Du das nächste Mal meinen Laden betrittst, musst Du mit mir einen Kaffee trinken gehen.“ Als sie nach einiger Zeit doch vorbeikam, habe ich der Security im Spaß gesagt: „Diese Frau kommt hier nicht mehr raus!“

Infos zu Alexander Walzer

Alexander Walzer (geb. in Heidelberg); aufgewachsen in Mannheim; Hauptschul-Abschluss; verkaufte in Kaufhäusern Armbanduhren und Goldketten; arbeitete sich zum Geschäftsleiter hoch; übernimmt mit seinen Billigmärkten auslaufende Kaufhaus-Filialen in ganz Deutschland; größte Verkaufsfläche: 11.000 Quadratmeter; scheitert mit einem Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde, wird aber vom Fernsehen entdeckt; betreibt seit fünf Jahren den „Ramba Zamba“-Markt, aktuell in Bad Gandersheim/Niedersachsen

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