Das "MEGA Clever" - Wissensbuch

Die wissenschaftlichen Erläuterungen der MEGA Experimente aus Sendung 1

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2. Samuraischwert vs. Pistole

Frage: Was passiert, wenn man mit einer Pistole auf die scharfe Klinge eines japanischen Samurai-Schwertes schießt?

Kurzerläuterung: Bei diesem Kampf der Kulturen wird die Pistolenkugel von der Klinge gespalten – verantwortlich dafür ist die Qualität der Schwerter, aber auch die so genannte Keilwirkung!

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Wissenschaftliche Erläuterung

Ein echtes Samuraischwert – die Japaner nennen es Katana – ist aus mehrfach gefaltetem Stahl geschmiedet, und zwar in einem aufwändigen und langwierigen Prozess. Bis zu vier Stahlbarren werden dabei etliche Male übereinander gefaltet, um so den Kohlenstoffgehalt im Metall zu optimieren.
Dabei gilt: Ist viel Kohlenstoff im Metall, ist es sehr hart, aber es bricht auch leichter. Ist nur wenig Kohlenstoff enthalten, ist das Schmiedewerk flexibel und weich. Optimierung des Kohlenstoffgehaltes heißt also, dem Metall möglicht viel Härte und zugleich Flexibilität und Bruchsicherheit zu geben. Ein Katana ist dadurch nicht härter als ein Schwert der westlichen Hemisphäre, aber durch das spezielle Schmiedeverfahren ist es leicht, flexibel und bruchsicher – aber dennoch hart, stabil und äußerst scharf.
Und damit auch stabiler als eine handelübliche Pistolenkugel – Standardmunition besteht aus einem Kupfer- oder weichem Stahlmantel (um den Lauf der Waffe zu schonen) und einem Bleikern. Die Herstellung der Munition erfolgt durch Pressen bzw. Ausstanzen in Maschinen. Schon allein deshalb kann Munition nicht so hart sein, wie der aufwendig geschmiedete Stahl eines Samurai-Schwertes.
Normale Pistolen-Geschosse fliegen mit einer Geschwindigkeit von ca. 350 m/s (ca. 1260 km/h). Würde die Kugel mit einer bedeutend niedrigeren Geschwindigkeit die Klinge treffen, so würde die Kugel an der Klinge abprallen oder an der Schneide stecken bleiben. Ist die Geschwindigkeit sehr viel höher, so ist auch die gesamte Energie des Aufschlags größer – dann könnte auch die Klinge Schaden nehmen und schließlich brechen.
Hinzu kommt noch ein zweiter Punkt: Trifft die Kugel auf die scharfe Klinge, kommt es zur so genannten Keilwirkung: Die Seiten der Klinge stehen zueinander in einem sehr spitzen Winkel, laufen also keilförmig auseinander. Somit wird die Bewegungsenergie der Kugel nicht völlig eliminiert, sondern durch die Trägheit der Masse an den beiden Seiten der Klinge vorbei geleitet.
So schneidet die scharfe Katana-Klinge die weichere Kugel in zwei Hälften!

Weitere Infos zu Samurai-Schwertern: www.swords-and-more.de

Weitere Infos zur Taiko-Gruppe WADOKYO: www.wadokyo.de

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