Wissenschaftliche Erläuterung
Border Collies gelten als die intelligentesten Hunde überhaupt. Sie wollen deshalb auch immer beschäftigt sein. Um diese Hunde vor eine Herausforderung zu stellen, schaffen sich viele Border Collie-Besitzer Schafe an, auch wenn sie keine Schäfer sind. Denn Border Collies eignen sich weniger als Familienhund und werden bei Unterforderung eher zu Problemhunden.
Die besondere Hüteeigenschaft des Border Collies ist der Blick, der fast schon hypnotisch wirkt. Ein guter Border Collie lenkt die Schafe mit der Macht seines Blickes, weshalb sie im hütetechnischen Fachjargon auch eye dogs genannt werden. Das Hüteverhalten geht noch auf den wölfischen Urvater zurück. Denn eine Schafherde hüten ist nichts anderes als das abgespeckte, durch den Menschen trainierte Beuteschema des Wolfes: Eräugen, Anpirschen, Verfolgen, Greifen und Töten. Die beiden letzten Elemente werden dem Hütehund abtrainiert, wobei überforderte und schlecht ausgebildete Hütehunde Schafe auch zwicken. Es gibt aber auch Hütehunde, denen dieses Beutegreifen erlaubt ist, z. B. die Australian Cattle Dogs.
Die Reaktion des Schafes auf den Border Collie sieht folgendermaßen aus: Das ängstliche Schaf, das im Hund den wolfsähnlichen Angreifer sieht, reagiert auf diesen Blick mit absoluter Angst. Der Blick bewirkt beim Schaf und seinen umstehenden Schafkumpanen, dass die Gruppe sich schützenderweise zusammenrottet, nach dem Motto gemeinsam sind wir stark und unverwundbar. Sie weichen zurück, um so den Abstand zwischen sich und dem Hund zu erhalten.