Das "MEGA Clever" - Wissensbuch

Die wissenschaftlichen Erläuterungen der MEGA Experimente aus Sendung 3

© Sat1
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3. Todessprung

Frage: Todesmutige Turmspringer stürzen sich aus Schwindel erregenden 25 m Höhe in ein nur 2,90 m tiefes Wasserbecken. Innerhalb von 2,5 Sekunden beschleunigen sie dabei von Null auf 90 km/h. Wie überleben die Athleten die enorme Wucht die beim Auftreffen auf die Wasseroberfläche entsteht und wie schaffen sie es rechtzeitig, im Wasser abzubremsen?

Kurzerläuterung: Das Geheimnis der Todesspringer liegt einzig und allein in ihrer Körperspannung und darin, dass sie unter Wasser aktiv wegtauchen!

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Wissenschaftliche Erläuterung

Beginnen wir mit der Körperspannung: Oberstes Gebot der Athleten ist es, mit möglichst „kleiner Fläche“ aufs Wasser zu treffen. Dabei sind sie auf den Punkt gespannt und „durchschneiden“, entweder mit den Füßen oder den Händen voran, die Wasseroberfläche. – Ein Bauchklatscher hätte aus dieser Höhe wahrscheinlich fatale Folgen.

Weil Wasser eine geschwindigkeitsabhängige Bremswirkung besitzt, hängt die Eintauchtiefe nur wenig von der Sprunghöhe ab! Dazu folgendes Beispiel: Springen die Athleten aus 25 Metern, so werden sie zwar auf eine enorm hohe Geschwindigkeit beschleunigt. Doch diese Geschwindigkeit wird durch den Strömungswiderstand des Körpers sehr schnell abgebaut. Dieser Bremsvorgang wird auch als negative Beschleunigung bezeichnet. Die Physiker unter uns wissen, dass sich bei negativer Beschleunigung der Widerstand des Wassers im Quadrat zur Geschwindigkeit des eintretenden Körpers erhöht. Für Nichtphysiker übersetzt, heißt das folgendes: Je schneller der Springer eintaucht, umso stärker wird er gebremst! Deshalb haben die Turmspringer bereits nach einer sehr kurzen Zeit – etwa einer halben Sekunde – längst einen Großteil ihrer Bewegungsenergie ans Wasser verloren. Bereits dann ist es völlig egal, ob der Sprung vom 3-, 5,- 10,- oder 25-Meter-Turm erfolgte, denn die Bewegungsenergie ist nunmehr nahezu gleich.

Kommen wir nun zur vergleichsweise geringen Tiefe des Beckens: Die Todesspringer müssen ihre noch verbleibende Bewegungsenergie sehr schnell an das Wasser abgeben. Die den Körper umgebenden Wassermoleküle werden dabei in turbulente Bewegungen versetzt. Dies gelingt am besten, indem die Springer durch eine bestimmte Haltung einen hohen Strömungswiderstand erzeugen und dabei dann möglichst viel Wasser zu wirbelförmigen Bewegungen anregen. Durch seitliches Ausstrecken der Arme und Beine schaffen die Athleten eben diesen Widerstand. Indem sie „aktiv wegtauchen und abrollen“ verstärken sie zudem diesen Effekt. Diese so genannte Ripp-Technik verhindert, dass die Athleten auf den Beckenboden knallen.

Die Artisten, die bei MEGA clever! das Phänomen demonstrierten, gehören zur Schweizer Showtruppe OLIVER'S WATER SHOW.

Das Experiment wurde mit freundlicher Unterstützung von Degussa realisiert.

www.degussa.com

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