Wissenschaftliche Erläuterung
Der Strauß verfügt, wie alle anderen Vögel auch, über keine Kauwerkzeuge (Zähne). Im Gegensatz zu den meisten anderen Vögeln fehlt dem Strauß aber auch der Kropf. Dieser dient dazu, Futter zwischen zu lagern, aber auch schlecht verdauliche Nahrung aufzuweichen. Da Strauße also weder Kropf noch Zähne haben, müssen sie sich anderweitig behelfen, um ihre Nahrung zu zerkleinern. Dafür nimmt ein Strauß täglich etwa 1,5 Kilo Steine zu sich. Sofern keine Steine vorhanden, benutzt der Strauß für diesen Vorgang auch Gegenstände, wie Konservendosen, Babyschuhe oder ähnlich sperrige Gegenstände. Mit Hilfe der Muskulatur wird die Nahrung durch die Steine im Magen zerkleinert. Bei diesem Prozess werden die Steine meist selbst zu Staub pulverisiert.
Gastrolithen, wie Magensteine wissenschaftlich genannt werden, dienen vor allem Pflanzen fressenden Vögeln zur Zerkleinerung der Nahrung. Dazu verschlucken sie kleine Kiesel oder Steine, die anschließend in der Magenmühle bewegt werden. Beim Strauß z.B. kontrahieren die großen, seitlichen Muskeln den Magen etwa zwei- bis dreimal pro Minute und bereiten so im Zusammenspiel mit den Steinen die weitere Verdauung vor. Dieser für Vögel einzigartige Verdauungsapparat (3 Magenabschnitte, 14 Meter Darm, 70 cm Blinddarmlänge) ermöglicht es auch, die Allesfresserkost am besten auszuwerten. So schlingen Strauße die härtesten Pflanzen und Wurzeln ganz hinunter, aber auch Insekten, Eidechsen und kleine Nagetiere. Durch entsprechende Fossilfunde ist bekannt, dass es diese besondere Technik der Nahrungszerkleinerung auch schon bei den Dinosauriern vor mindestens 140 Millionen Jahren gegeben haben muss.