Das "MEGA Clever" - Wissensbuch

Die wissenschaftlichen Erläuterungen der MEGA Experimente aus Sendung 3

5. Strauße 1: Stecken Strauße den Kopf in den Sand?

Frage: Stecken Strauße tatsächlich den Kopf in den Sand – wie es eine gängige Redensart behauptet?

Kurzerläuterung: Nein. Sie legen den Kopf nur auf den Boden. Aus der Ferne sieht das so aus, als ob der Kopf im Sand stecken würde.

Wissenschaftliche Erläuterung

Es gibt zwei Theorien zu der Frage, warum der Strauß den Kopf auf den Boden legt. Die eine besagt, dass der Strauß bei Gefahr versucht, sich quasi unsichtbar zu machen oder tot zu stellen. Er legt sich flach auf die Erde und streckt dabei auch den Hals lang über den Boden, in der Hoffnung, der drohende Löwe hält ihn für einen Busch. Die andere Theorie hingegen besagt, dass der Strauß sich in sein Nest stellt. Er beugt seinen Kopf in das Nest, um die darin liegenden Eier umzudrehen. Diese Theorie rührt daher, dass man in der Savanne bei flimmernder Sonne auf eine weitere Entfernung keine genauen Konturen ausmachen kann. Kopf und Beine werden nur sehr verschwommen wahrgenommen und da der Kopf nicht sichtbar ist, hat sich die Mär aufgedrängt, dass der Strauß seinen Kopf in den Sand steckt.

© Sat1

Strauße 2: Warum fressen Strauße Babyschuhe?

Frage: Warum fressen Strauße Babyschuhe?

Kurzerläuterung: Strauße haben weder Zähne noch einen Kropf und fressen Babyschuhe, Konservendosen und Steine, um im Magen ihre Nahrung zu zerkleinern.

Wissenschaftliche Erläuterung

Der Strauß verfügt, wie alle anderen Vögel auch, über keine Kauwerkzeuge (Zähne). Im Gegensatz zu den meisten anderen Vögeln fehlt dem Strauß aber auch der Kropf. Dieser dient dazu, Futter zwischen zu lagern, aber auch schlecht verdauliche Nahrung aufzuweichen. Da Strauße also weder Kropf noch Zähne haben, müssen sie sich anderweitig behelfen, um ihre Nahrung zu zerkleinern. Dafür nimmt ein Strauß täglich etwa 1,5 Kilo Steine zu sich. Sofern keine Steine vorhanden, benutzt der Strauß für diesen Vorgang auch Gegenstände, wie Konservendosen, Babyschuhe oder ähnlich sperrige Gegenstände. Mit Hilfe der Muskulatur wird die Nahrung durch die Steine im Magen zerkleinert. Bei diesem Prozess werden die Steine meist selbst zu Staub pulverisiert.

Gastrolithen, wie Magensteine wissenschaftlich genannt werden, dienen vor allem Pflanzen fressenden Vögeln zur Zerkleinerung der Nahrung. Dazu verschlucken sie kleine Kiesel oder Steine, die anschließend in der „Magenmühle“ bewegt werden. Beim Strauß z.B. kontrahieren die großen, seitlichen Muskeln den Magen etwa zwei- bis dreimal pro Minute und bereiten so im Zusammenspiel mit den Steinen die weitere Verdauung vor. Dieser für Vögel einzigartige Verdauungsapparat (3 Magenabschnitte, 14 Meter Darm, 70 cm Blinddarmlänge) ermöglicht es auch, die Allesfresserkost am besten auszuwerten. So schlingen Strauße die härtesten Pflanzen und Wurzeln ganz hinunter, aber auch Insekten, Eidechsen und kleine Nagetiere. Durch entsprechende Fossilfunde ist bekannt, dass es diese besondere Technik der Nahrungszerkleinerung auch schon bei den Dinosauriern vor mindestens 140 Millionen Jahren gegeben haben muss.

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