Das "MEGA Clever" - Wissensbuch

Die wissenschaftlichen Erläuterungen der MEGA Experimente aus Sendung 3

8. Anatomische Quiz

© Sat1

Kann man sich seinen Ellenbogen mit der eigenen Zunge lecken?

Kurzerläuterung: Die meisten Menschen sind nicht in der Lage, mit ihrer eigenen Zunge ihren Ellenbogen zu lecken.

Wissenschaftliche Erläuterung: Vorweg sei gesagt, dass es durchaus einige, wenige Menschen gibt, die zu diesem „Kunststück“ in der Lage sind. Das sind entweder Menschen, die sehr biegsam sind, eine verhältnismäßig lange Zunge oder langen Hals haben oder sich eventuell sogar das Schultergelenk ausrenken können. Aus anatomischen Gründen klappt es bei dem Großteil der Menschen aber nicht, da die gemeinsame Länge von Hals und Zunge in der Regel um ca. 5 cm kürzer als der Oberarm eines jeden ist.

Kann man die sich vor der Brust berührenden Zeigefinger einer Person voneinander trennen?

Kurzerläuterung: Eine Person stellt sich hin und hält die Arme so, dass sich ihre Zeigefingerspitzen vor der Brust berühren. Versucht nun eine andere Person, auf Höhe der Ellenbogen, durch Auseinanderziehen der Arme, die Finger voneinander zu trennen, wird ihr dies nicht gelingen.

Wissenschaftliche Erläuterung: Das Ausschlaggebende ist in diesem Fall nämlich nicht die Kraft, sondern die Position der Hände, die versuchen, die Fingerspitzen voneinander zu trennen. Dort, wo sie in unserem Versuch angesetzt wurden, nämlich ziemlich weit außen, nahe der Ellenbogen hat man eine sehr geringe Hebelwirkung. Je näher man an die Handgelenke der scheinbar unbezwingbaren Assistentin kommt, desto leichter kann man die Fingerspitzen auseinander bringen.

Kann man im Kopfstand schlucken?

Kurzerläuterung: In der Regel isst und trinkt man in aufrechter Haltung, mit dem Kopf nach oben. Was passiert aber, wenn man versucht, im Kopf bzw. Handstand zu schlucken?

Wissenschaftliche Erläuterung: Ja, man kann auch kopfüber schlucken. Denn sobald die gekaute Speise von der Zunge an den Gaumen und in den Rachen gedrückt wird, setzt der Schluckreflex ganz automatisch ein. Die Muskeln der Speiseröhre, die am oberen und am unteren Ende sitzen, schieben dann den Speisebrei in einer wellenförmigen Bewegung in den Magen. Und das funktioniert eben auch von unten nach oben.

Kann man mit offenen Augen niesen?

Kurzerläuterung: Es gibt Körperfunktionen, die ganz automatisch einsetzten, so z.B. auch das Schließen der Augen beim Niesen.

Wissenschaftliche Erläuterung: Das Schließen der Augen passiert ganz automatisch und ist höchstwahrscheinlich ein Schutzreflex. So ganz genau hat man zwar noch nicht herausgefunden, welchen Sinn das Schließen der Augen beim Niesen wirklich hat, aber Wissenschaftler vermuten, dass durch das Schließen der Augenlieder das Auge vor Überdruck geschützt wird, der beim Niesen entsteht. Eine weitere Annahme ist, dass Bakterien und Viren aus dem herausschießenden Nasensekret somit nicht in die Augen gelangen.

Welchen Sinn haben „traurige“ Tränen beim Weinen?

Kurzerläuterung: Es gibt viele Gründe, die uns die Tränen in die Augen treiben können. Freude, körperlicher Schmerz, Rührung und Trauer. Bei Trauer haben unsere Tränen eine beruhigende und zugleich reinigende Wirkung.

Wissenschaftliche Erläuterung: Tränen enthalten tatsächlich Stoffe, die ähnlich wie Morphium beruhigen und Beschwerden lindern können. Leuzin-Enkophalin, die antibakteriellen Enzyme und das Hormon Prolaktin wirken sich auf die Seele sehr positiv aus. Bei Wut, Trauer und Eifersucht setzt der Körper außerdem eine Vielzahl an Proteine frei, die in zu großer Menge krank machen können. Mit den Tränen werden diese „bösen“ Substanzen herausgeschwemmt und danach fühlt man sich meist befreit.

Welchen evolutionären Ursprung hat das Zungerollen?

Kurzerläuterung: Die Zunge rollen kann nicht jeder. Für die einen ist es eine Leichtigkeit, andere wiederum können es auf Teufel komm raus nicht – egal, wie sehr sie sich auch anstrengen, es funktioniert einfach nicht. Aber welchen Sinn hat bzw. hatte das Zungerollen bei unseren Vorfahren?

Wissenschaftliche Erläuterung: Anthropologen nehmen an, dass das Rollen der Zunge vor ca. 20 bis 30 Millionen Jahren unseren Vorfahren bei der Nahrungsaufnahme von Nutzen war. So vermutet man, dass auf diese Art und Weise Wasser aus Seen und Flüssen zu sich genommen wurde. Zungenroller haben übrigens eine etwas längere Zunge als Nichtzungenroller. Außerdem sorgt ein bisher nicht näher identifiziertes Gen dafür, dass bei der Zunge eines Zungenrollers zwei Muskeln verlängert sind und somit das virtuose Zungenspiel ermöglicht wird. Heute hat diese Fähigkeit keinen wirklich sinnvollen Nutzen mehr – außer, dass man Nichtzungenroller beim Versuch es nachzumachen, in den Wahnsinn treiben kann.

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