Das "Clever" - Wissensbuch

Die wissenschaftlichen Erläuterungen aus Sendung 2

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3. PHEROMONE

Frage: Wo sitzt das Organ, das Pheromone wahrnimmt?

Kurzerläuterung:
Pheromone sind vor allem im Schweiß auftretende Sexuallockstoffe, die auch den Menschen unbewusst beeinflussen und sexuell stimulieren. Das Vomeronasale Organ in der Nase nimmt Pheromone wahr und leitet ihre Botschaft an das Gehirn weiter.

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Wissenschaftliche Erläuterung

Das für Pheromone zuständige Organ sitzt in der Nase und nennt sich Vomeronasales Organ, kurz VON. Es befindet sich direkt hinter den Nasenlöchern und ist rund tausendmal empfindlicher als unser restlicher Geruchssinn. Es wurde zwar schon vor 300 Jahren entdeckt, trotzdem ist es selbst vielen Medizinern gänzlich unbekannt. Bei Operationen wird es oft bedenkenlos weg geschnitten.

Schon kleinste Mengen an Pheromonen lösen in Sekundenbruchteilen einen Reiz im Gehirn aus. Sie beeinflussen unmittelbar und ohne unser Zutun die Gefühle, die wir einer anderen Person entgegenbringen. Menschliche Pheromone lassen sich vor allem in Schweiß nachweisen. Wer also auf Partnersuche ist: nicht waschen, zumindest nicht zu gründlich!

Der Geruch ist von allen Sinnen am engsten mit dem Gehirn gekoppelt. Oft bemerkt man einen Geruch und fühlt sich sofort an eine Situation in der Vergangenheit erinnert. Grund dafür ist die enge Verbindung zwischen Nase und Gehirn. Düfte finden über kürzen Weg sofort in das limbische System, das Gefühl- und Erinnerungszentrum unseres Gehirns.

In der Landwirtschaft werden Pheromone schon seit vielen Jahren benutzt, um Kühe und Stiere zum Paaren anzuregen. Beispielsweise sendet der Eber bei der Paarung ein Pheromon aus, das bei der Sau einen „Stillhaltereflex“, die so genannte Duldungsstarre auslöst. Bei der Bekämpfung von Schädlingen werden ebenfalls Pheromonfallen aufgestellt. Das sind mit Lockstoffen versetzte Sammelbehälter, aus denen die Insekten dann nicht mehr entweichen können.

Übrigens: Die CIA wollte einst für die Überwachung von Spionen das Pheromon von Schaben einsetzen.
Periplanon B heißt die Substanz, die auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges durch die Köpfe mancher CIA-Mitarbeiter waberte. Dabei handelt es sich um den Sexuallockstoff, mit dem die Weibchen der Amerikanischen Schabe (Periplaneta americana) ihre Lust auf Liebe signalisieren. Die Männchen fliegen derart auf dieses Pheromon, dass sie in eine mörderische Raserei geraten und sich im Gerangel gegenseitig zerfetzen.
Im US-amerikanischen Geheimdienst führte dies zu einem raffinierten Plan: Wenn Schabenmännchen so gut riechen können, dann müsste sich eine zu beobachtende Person – im Vorübergehen mit einem winzigen Tropfen des Pheromons besprüht – mithilfe eines Käfigs voller Schaben jederzeit auffinden lassen. Der beschattende Beamte könnte aus sicherer Entfernung beobachten, in welche Richtung es seine Schaben zieht.
Nach neun Monaten hatten die Beamten einige Milligramm des Periplanon B gewonnen und anschließend mit viel Aufwand analysiert – 75.000 Schabenweibchen mussten das mit ihrem Leben bezahlen… bis zum Ende des Kalten Krieg wurde das Schabenparfüm jedoch wohl niemals eingesetzt.

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