Wissenschaftliche Erläuterung
Der Körper eines Apnoe-Tauchers hat sich durch Training und Übung an die gewaltigen Anforderungen angepasst. Ein Taucher kann 9 Liter Lungenvolumen haben, Jan Ullrich beispielsweise hat 6 Liter und ein untrainierter Mensch kommt auf 4 Liter im Schnitt. Durch eine spezielle Atemtechnik kann der Taucher noch zwei bis drei weitere Liter Atemluft einatmen. Der Taucher hat sein Zwerchfell so trainiert, dass es elastisch ist und er so mehr Luft einatmen kann. Diesen Effekt erzielt er durch Yoga-Übungen vor dem Tauchgang. Durch diese Übungen wird auch der Sauerstoffverbrauch des Körpers so weit herab gesetzt, dass der Taucher diese Anstrengung überstehen kann.
Die längste Atemanhaltezeit unter Wasser erreichte der amerikanische Anästhesist Dr. Keats mit 13 min, 35 sec und sein Schüler Robert Foster mit 13min, 42,5 sec. Sie hatten allerdings vorher 30 min lang mit reinem Sauerstoff über eine Narkosemaske beatmen lassen. Dieser wissenschaftliche Versuch läuft natürlich außerhalb der Wertung. Wenn man bedenkt, dass die beiden Forscher keine Profitaucher sind und demnach untrainiert, wirkt diese Zeit unglaublich.
Auch bei der Bundeswehr werden solche Tauchversuche durchgeführt, die deutlich über 10 Minuten liegen. Die Erklärung für dieses Phänomen ist relativ einfach: Pro KG Körpergewicht verbraucht ein Mensch 2 4 ml Sauerstoff pro Minute. Wenn man die überdurchschnittliche Größe der Lunge eines APNOE Tauchers zugrunde legt und diesen Wert berücksichtigt, so ist ein Tauchgang von 25 Minuten mit zuvor eingeatmetem Sauerstoff durchaus realistisch.
Ein interessanter Nebeneffekt ist übrigens, dass der Körper den Sauerstoff fast komplett abbaut. Das heißt, der Taucher atmet gar nicht aus, da der Sauerstoff gebunden wird.
Ganz ungefährlich ist dieses Vorgehen aber nicht. Normalerweise muss jeder Mensch nach einer gewissen Zeit wieder einatmen, der so genannte Atemreflex setzt ein. Der hohe Sauerstoffanteil in Lunge und Blut bedeutet jedoch, dass der Kohlendioxidanteil sehr gering ist. Und genau das Kohlendioxid ist es, das den Atemreflex unter normalen Umständen auslösen würde.