Das "Clever" - Wissensbuch

Die wissenschaftlichen Erläuterungen aus Sendung 7

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2. EISENHALTIGE LEBENSMITTEL

Frage: Welches Lebensmittel reagiert auf einen Magneten?

Kurzerläuterung:
Spinat ist angeblich der beste Eisenlieferant. Dabei sind Cornflakes so eisenhaltig, dass man sie sogar mit einem Magneten bewegen kann.

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Wissenschaftliche Erläuterung

Spinat:
Menschen, deren Blut nicht genug Eisen enthält, wirken oft blass und werden schneller krank. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt deshalb den Konsum von 10 bis 15 Milligramm Eisen pro Tag, damit der menschliche Körper das Minimum von einem Milligramm tatsächlich in den Stoffwechsel einbauen kann. Aus welchen Gründen auch immer, der Irrglaube, Spinat sei besonders eisenhaltig, ist nicht auszurotten. Tatsächlich hat Spinat einen relativ geringen Anteil dieses lebenswichtigen Metals, etwa 2,6 Milligramm auf 100 Gramm. Und das gilt nur für rohen Spinat. Selbst von dem wenigen Eisen im Spinat kann der Verdauungstrakt nicht viel aufnehmen. Das liegt an der in ihm enthaltenen säuerlich-bitter schmeckenden Oxalsäure, die Eisen stark bindet. Dieser Geschmack ist es übrigens, den Kinder an Spinat verabscheuen.

Rindfleisch mit ca. 3,3, Leberwurst mit 5,9, Schokolade mit über 6,5 oder Pistazien mit 7,3 Milligramm haben da deutlich mehr zu bieten. Kellog’s K-Cornflakes haben laut Packungsaufschrift einen Eisenanteil von 23 Milligramm. Würde man der Logik der Popeye-Cartoons wirklich folgen, dann müsste der seefahrende Spinat-Repräsentant eigentlich von seinem dicklichen Kumpel Wimpy, wegen dessen ständigen Heißhungers auf Hamburger, kräftig auf die Nase bekommen… Als Eisen-Quelle hätte Popeye also besser die Spinatdose „gefuttert“!

Der Ursprung der Legende soll in den 90er Jahre des vorletzten Jahrhunderts liegen. Damals hat ein amerikanischer Lebensmittelanalytiker angeblich versehentlich ein Komma nach rechts gerückt und Spinat seinen zehnfachen Eisengehalt attestiert. Aber keine Sorge, man hat Generationen von Kindern nicht umsonst gequält. Spinat enthält sehr viel Vitamin A und C, außerdem Beta-Karotin, dem eine vorbeugende Wirkung gegen Krebs zugeschrieben wird. Aber bevor es wieder Kindertränen gibt: Denselben Zweck erfüllt auch Brokkoli!

Cornflakes:
Im Prinzip gilt, was wir im Chemieunterricht gelernt haben: In organischen Verbindungen natürlich gelöstes Eisen reagiert nicht magnetisch. Der Mensch hat ja auch Eisen im Blut und kann sich trotzdem keinen Magneten an die Stirn kleben. Magneten können nur von anderen Magneten angezogen werden. Das Prinzip ist das gleiche wie bei elektrischen Ladungen. Nur eine positive Ladung kann eine negative anziehen und umgekehrt. Ohne einen zweiten Magneten gibt es also keine Anziehung. Eisen enthält Milliarden winziger Magneten, die unterschiedlich gepolt sind. Das Geheimnis der Cornflakes scheint also zu sein, dass ihnen echtes Eisen als künstliche Nahrungsergänzung beigemischt wird. Man kann dieses Eisen sogar als kleine schwarze Partikel sichtbar machen, wenn man aus den Flocken und Wasser eine Pampe anrührt und diese starken Magneten aussetzt. Also, kleiner Tipp für den nächsten Urlaub: Bloß keine Cornflakes ins Handgepäck, sonst kommt man am Ende nicht durch die Sicherheitskontrolle am Flughafen…

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