Wissenschaftliche Erläuterung
Blindschleichen haben kleine rote Augen mit beweglichen Lidern und sind somit keinesfalls blind. Ihr Name stammt vom Wort blenden. Denn wenn sie an der Sonne liegen, glänzen sie wie blendendes, bronzenes Erz.
Der Ziegenmelker ist ein Nachtvogel, der allerdings nur in alten Legenden Ziegen melkt. Seinen Namen verdankt er den Ausführungen Plinius des Älteren (2379 n. Chr.) in seiner Naturalis historia: Die Ziegenmelker, vom Aussehen einer größeren Amsel, sind nächtliche Diebe. Sie fliegen an die Euter der Ziegen heran, um die Milch auszusaugen. Durch diesen Gewaltakt sterben die Euter ab, und die so gemolkenen Ziegen erblinden. *
Richtig ist allein, dass sich Ziegenmelker gerne beim Vieh aufhalten, aber sie interessieren sich nicht für die Euter, sondern vielmehr für die Insekten, von denen die Herden umschwirrt werden.
Der Bombardierkäfer besitzt einen besonderen Schutzmechanismus, mit dem er sich vor Fressfeinden verteidigt. Aus seinem Hinterleib sondert er explosionsartig eine ätzende, etwa 100°C heiße Flüssigkeit ab. Dabei ist ein Knall oder Puff hörbar. Dieser Mechanismus beruht auf einer chemischen Reaktion: In besonderen Drüsen werden Wasserstoffperoxid und Hydrochinon produziert. Wird der Käfer gestört, entlässt er einen Teil der Substanzen in eine Explosionskammer, in der sie mit Hilfe verschiedener Katalysatoren reagieren. Bei diesen Reaktionen wird so viel Wärme frei, dass die Temperatur auf 100°C ansteigt und die entstehenden Chinone durch den hohen Druck nach außen geschleudert werden. Durch Biegen des Hinterleibs kann die ätzende Flüssigkeit relativ gezielt auf den Feind gerichtet werden. Dabei sind etwa 20 Entladungen hintereinander möglich. Hydrochinon benutzt man im Fotolabor zum Entwickeln von Fotos. Wasserstoffperoxid wird zum Bleichen von Haaren und als Raketentreibstoff verwendet.
* (Zitiert nach:
http://www-x.nzz.ch/folio/archiv/2004/07/articles/tiere.html)