Wissenschaftliche Erläuterung
Mit seiner sehr eigenen Jagdmethode schießt der Schützenfisch seine Beute mit einem scharfen, gezielten Wasserstrahl von den Blättern. Dazu stellt er sich in einem Winkel von cirka 60-70 Grad steil auf und bildet mit seinem ganzen Körper durch Herandrücken der Zunge an die obere Gaumenrinne eine Abschussrampe. Dann presst er das Wasser durch Zusammendrücken der Kiemendeckel aus dem leicht geöffneten Mund, der sich direkt an der Oberfläche befindet. Wie schwer dabei die Berechnung der Brechung des Wassers ist, weiß jeder, der schon einmal Fische mit einem Speer gejagt hat! Der Schützenfisch hat von vornherein eine naturgegebene Rechengabe: Nicht nur, dass der Schützenfisch mit einem gezielten Schuss seinem Namen alle Ehre macht. Nein, die Besonderheit an seiner Jagdtechnik ist die herausragende mentale Leistung und die daraus resultierenden exakten Berechnungen, die es ihm ermöglichen, seine Beute zunächst zielgenau zu treffen und anschließend den Landeplatz zu orten.
Wie der Rechenkünstler seine Berechnungen vornimmt, ist leider noch nicht erforscht aber sicher nicht mit einem Rechenschieber. Fest steht nur, dass der Schützenfisch unabhängig von seiner Entfernung zum Opfer stets treffsicher ist. Außerdem ist die Spuckgeschwindigkeit immer konstant. Er kennt exakt das ballistische Verhalten des Wassers beim Spucken. Sprich, er kann genau voraussagen, wie die Flugbahn des Wasserstrahls durch die Schwerkraft verändert wird. Beeindruckend ist auch, dass nicht nur der Schütze die Landung der Beute berechnen kann, sondern auch seine Artgenossen sind stets darauf vorbereitet von der erlegten Beute zu profitieren. Ebenso ist das Verhältnis seiner Körpergröße zur erreichbaren Weite, die er beim Spucken erreicht, überaus eindrucksvoll. Durchschnittlich werden Schützenfische ungefähr 15 cm groß, dabei können sie bis zu 2 m weit spucken. (Bei einem Abschusswinkel von 70 Grad). Würde man das ins Verhältnis zum Menschen stellen, so müsste dieser 35 m schaffen.
Gerade in Sportarten wie Fußball oder Tennis wäre es ein absoluter Durchbruch, wenn Menschen dieser Rechenkunst mächtig wären. Nur leider müssen auch in Zukunft die Spieler den Verlauf der Flugbahn eines Balles genau beobachten, um abzuschätzen zu können, wo dieser landen wird. Nur durch sehr viel Training können Menschen lernen, die Flugkurve eines Balles schon kurz nach dem Abwurf des Gegners vorherzusehen. Dies gelingt ihnen jedoch längst nicht in der Geschwindigkeit und Präzision unseres Schützenfisches.