Wissenschaftliche Erläuterung
Egal ob Spargel oder Steak, ob Erdbeeren oder Äpfel. Alles schmeckt sehr unterschiedlich und das, obwohl die Zunge lediglich fünf Geschmacksrichtungen unterscheidet. Mit der Zunge können wir lediglich eine saure Gurke von einer Banane unterscheiden, aber mehr nicht. Alle anderen Nuancen eines köstlichen Essens sind Informationen, die von den Augen und der Nase geliefert werden. Nur durch Seh- und Riechsinn ist es uns möglich, einen Schweinebraten von einem Sauerbraten oder eine Tomate von einer Gurke zu unterscheiden.
Wirklich überraschend ist, dass sogar fast 80 0es Geschmacks gerochen werden. Es gibt unendlich viele riechbare Substanzen, von denen der Mensch sich etwa 10 000 merken kann. Jeder Mensch hat 350 verschiedene Rezeptoren, die den Geruchssinn und damit das Geschmacksempfinden beeinflussen. Damit hat jeder Mensch die gleichen Voraussetzungen und dennoch lässt sich über Geschmack streiten, denn jeder Mensch gibt eine andere Bewertung für das Gerochene (und Erschmeckte) ab und verbindet andere Empfindungen und Erfahrungen damit.
Doch auch der optische Eindruck darf beim Schmecken nicht unterschätzt werden. So kann im Dunkeln mancher Rotwein nicht von einem Weißwein unterschieden werden und schöne rote Äpfel werden lieber gekauft als blasse. Das bedeutet aber nicht, dass unsere blinden Mitmenschen in ihrem Geschmackssinn total eingeschränkt sind. Im Gegenteil, bei ihnen sind die anderen Sinne, wie Riechen und Tasten viel ausgeprägter.
Alle unsere fünf Sinne korrespondieren im zentralen Nervensystem. Und beim Geschmackssinn spielt eben neben dem Geruchssinn auch das Auge eine sehr wichtige Rolle.