Das "Clever" - Wissensbuch

Die wissenschaftlichen Erläuterungen aus Sendung 77

5. Falsche Madonnentränen

Frage: Was lässt die Bluttränen einer Madonna fließen?

Kurzerläuterung: Häufig sind die Tränen auf bestimmte chemische Substanzen zurückzuführen, die durch Erschütterung flüssig werden.

© Sat1
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Wissenschaftliche Erläuterung

Immer wieder wird von weinenden Statuen und anderen Kirchenwundern berichtet. Manchmal vergießen die Statuen wässrige Tränen, manchmal aber läuft ihnen auch Blut auf unerklärliche Weise aus den Augen. CLEVER hat eine Madonnenstatue mit einer Flüssigkeit präpariert, die auf Erschütterung reagiert und so die Madonna blutige Tränen weinen lässt.

Im Inneren der Statue befindet sich eine Substanz, die im Ruhezustand fest ist und sich bei Erschütterung verflüssigt. Diese chemische Substanz, bestehend aus Eisenchlorid, Wasser, Kalziumkarbonat und Natriumchlorid besitzt thixotrope Eigenschaften. Das bedeutet, dass sie durch leichte Erschütterungen und ohne Temperaturänderung vom festen in den flüssigen Zustand übergeht. Nach kurzer Ruhezeit wird die Substanz übrigens wieder fest. Ihre Zähflüssigkeit - Viskosität - ändert sich durch Schütteln. Ungeschüttelt verhaken sich die langkettigen Moleküle in der gelee-ähnlichen Flüssigkeit und verhindern dadurch ein Fließen. Durch Schütteln sortieren sich die Moleküle in Bewegungsrichtung und so wird aus Fest wieder Flüssig. Das ist wie beim Ketchup in der Glasflasche. Ungeschüttelt tut man sich schwer, ihn auf den Teller zu kriegen. Einmal ordentlich durchgeschüttelt fließt das rote Sößchen wie ein geölter Blitz aus der Flasche.

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