Interview mit Ralf Schmitz: „Man folgt der Intuition und von hinten schubst einer“

Seit wann wusstest Du, dass Du Komödiant werden willst – und auch das Zeug dazu hast?

Ich wollte Schauspieler werden, da war ich noch im Kindergarten. Ich habe einen Zirkusdirektor mit viel zu großem Zylinder gespielt, hatte die Peitsche in der Hand und habe die Mädchen als Pferde durch die Manege gescheucht. Da war schon alles klar. Dass das nicht immer genau so sein würde, habe ich erst später begriffen. Und übrigens ... ob man wirklich das Zeug dazu hat, weiß man nie! Man folgt nur der Intuition und von hinten schubst einer. Wer? Keine Ahnung ... Ich jedenfalls hatte einfach keine andere Wahl. Kam mir zumindest so vor.

Warst Du schon immer so schnell und quirlig?

Man empfindet sich selbst ja nicht als schnell, aber ich war wohl schon immer so. Jedenfalls war ich mit meinen Sätzen meistens schon fertig, wenn die anderen noch überlegt haben, was sie sagen wollen.

© Sat1
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Was erwartet die Sat.1-Zuschauer bei „Schmitz komm raus!“?

Es wird eine kleine Entertainment-Show auf die Zuschauer zukommen, mit Improvisation, vielem Unvorhersehbaren und natürlich mit vielen Einspielern, die mich zig verschiedene Rollen spielen lassen. Ich freue mich sehr darauf.

Stichwort Einspieler: Ist es für Dich als „Bühnentier“ schwieriger, vor der Kamera, also ohne Publikum zu agieren?

Schwieriger ... nein! Es stimmt schon, mit meinem Publikum fühle ich mich richtig wohl und wir verbringen gemeinsam einen besonderen Abend. Die Dreharbeit lässt mich wiederum ganz dezidiert und genau an den Rollen arbeiten. Die Kleinigkeiten, die wir uns ausdenken, können festgehalten werden. Manchmal gibt es aber auch am Set Applaus. Das ist dann ja wie ’ne kleine Vorstellung. Was allerdings wirklich manchmal fehlt, ist die direkte Reaktion. Deshalb freue ich mich ja auch sehr auf das Publikum im Studio!

Was ist für Dich die Essenz eines guten Sketches?

Perfektes Buch. Perfektes Timing. Überraschung. Figuren, bei denen jeder weiß, was sie gestern gegessen haben und welches Auto sie fahren.

Wer sind Deine Vorbilder?

Die Altmeister: Loriot. Jerry Lewis. Louis de Funès. Heinz Erhardt.

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Viele große Komödianten sind nach eigenem Bekunden privat überhaupt nicht komisch. Wie ist das bei Dir? Kommt es auch mal vor, dass Du missmutig in der Ecke sitzt?

Ob ich privat komisch bin oder nicht, das weiß ich nicht. Ich bin wie ich bin. Ich verstelle mich nicht. Und wenn die Frage gelautet hätte, ob ich privat auch so viel lache, so schnell rede, den Dingen durchaus positiv gegenüberstehe, mich gerne mit Menschen unterhalte und mich eher freue als Trübsal zu blasen, dann hätte ich das nur bejahen können. Was soll ich machen?

Was war der wichtigste Rat, den Dir ein Comedy-Kollege gegeben hat?

“Bleib immer wer du bist. Das ist genug.” (Otto Waalkes)

 

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