Ingolf Lück im Interview

„Meine Frau ist froh, dass ich endlich wieder aus dem Haus bin“

Im Interview mit sat1.de spricht Ingolf Lück über das, was bleibt und was sich ändert, über seine Rolle als Brüderle des Ensembles, und über Herbert Görgens, den Erfinder der Casting-Show.

© Arne Weychardt SAt1
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Herr Lück, mit der „Wochenshow“ kehrt ein TV-Klassiker zurück, Sie sind als „Anchorman“ der einzige, der von der Originalbesetzung noch dabei ist. Sind Sie für so was nicht langsam zu alt?

Ingolf Lück: Das müsste man dann auch Loriot fragen, oder hätte man jemanden wie den großen Peter Ustinov auch fragen müssen, der bis ins hohe Alter auf der Bühne gestanden hat. Glauben Sie mir, einen Peter Ustinov zu sehen, der Tierstimmen nachmacht, hat eine ganz andere Qualität, als einen 22-jährigen Comedian zu sehen, der dasselbe macht. Exakt diese ganze Bandbreite haben wir in unserem neuen Team verpackt. Das geht bei Anfang 20 los und hört mit 53 bei mir auf. Im Übrigen: Einer muss ja den Brüderle spielen.

Brüderle?
Klar, der Mann ist doch eine schillernde Gestalt. Eine, die jetzt den wichtigsten Posten in der FDP inne hat (lacht). Wir dürfen sehr gespannt sein, wie er das meistern wird.

Was bleibt, was ändert sich?
Was bleibt, sind der Name, und ein Studio mit einem Moderator, der sitzt. Alles andere ist neu. Die Besetzung ist neu, das Team drum herum ist neu, und die Themen sind es ohnehin. Es liegt in der Natur der Sache, dass die „Wochenshow“ jede Woche frisch ist. Ein Beispiel: Wir haben letzte Woche einen Sketch mit Brüderle im Wirtschafsministerium gedreht. Den mussten wir kurz darauf zwangsläufig in die Tonne kloppen, weil uns die Realität überholt hatte.

Wie sieht also das Konzept aus?
Der Name und die Idee bleiben, alles andere ist neu. Die Wochenshow wird jede Woche mit heißer Nadel gestrickt. Und nach der Sendung am Freitag wissen wir noch nicht, was wir in der nächsten Woche machen werden. Wir haben außerdem das Glück, die „Wochenshow“ mit Comedians zu machen, die im Augenblick gerade durch die Decke gehen, die heiß sind und die wie Rennpferde in den Boxen mit den Hufen scharren. Wir haben unsere Traumbesetzung angefragt. Und nicht einer hat abgesagt.

Gibt es heute weniger Tabus?
Der Umgang mit Tabus in der „Wochenshow“ ändert sich adäquat zum Umgang mit Tabus per se in der Gesellschaft. Wir haben heute eine offene, gläserne Welt, nicht nur durch die offizielle Berichterstattung, sondern auch durch die Berichterstattung, durch die neuen Medien. Und es ist selbstverständlich die Aufgabe der „Wochenshow“, darauf zu reagieren.

Wird es ein Wiedersehen geben mit Herbert Görgens, der mit seinem Wunsch ins Fernsehen zu kommen das Casting-Fieber vorweg genommen hat?
Das hat er! Und deshalb könnte er sich jetzt als großer Visionär zurücklehnen und sagen „Ich habe den Menschen die Casting-Shows gebracht, meine Mission ist erfüllt“. Aber er war noch nie auf Facebook und anderen Social Networks unterwegs. Vielleicht wird das seine neue Mission.

Vielleicht?
Man kann ihn leider nicht anrufen oder ihm eine Mail schicken, weil er kein Telefon hat, und schon gar kein Internet. Aber ich habe ihm einen Brief geschrieben. Seine Antwort steht noch aus. Lassen wir uns also überraschen!


Interview: Andreas Kötter © ProSiebenSat.1 TV Deutschland GmbH

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