Der Feind in meinem Leben

Das Interview: "Man entwickelt eine gesunde Antenne für Fans und lernt auch, entsprechend auf 'Feinde' zu reagieren."

Katarina Witt

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© Conny Klein/Sat.1

Katarina Witt, Sie sind Eiskunstläuferin, Moderatorin, Sportbotschafterin und erfolgreiche Geschäftsfrau. Als Schauspielerin konnten wir Sie in einer Hauptrolle noch nicht bewundern. Könnte das ein neues Standbein für Sie werden?

Katarina Witt: "Ich liebe Geschichten. Ich liebe Filme. Das Glück zu haben, nun selbst die Hauptrolle in einer spannenden Geschichte spielen zu dürfen, empfand ich als wirklich besondere Aufgabe. Ich hatte viel Freude daran und hoffe, dass es nicht das letzte Mal war."

Was hat Sie bewegt, in „Der Feind in meinem Leben“ sich selbst zu spielen?

Katarina Witt: "Da mich die Menschen über 25 Jahre als Eiskunstläuferin kennen und die Geschichte in diesem Milieu spielt, hätte es keinen Sinn gemacht, mich zum Beispiel Ulrike Schmidt zu nennen. Und trotzdem spiele ich ja eine Rolle, denn die Story ist fiktiv. Diese Kombination fand ich echt spannend."

Wie haben Sie sich auf Ihre erste Hauptrolle vorbereitet?

Katarina Witt: "Ich habe für einige Monate bei Teresa Harder Schauspielunterricht genommen und bin auch wieder regelmäßig zum Eistraining, da es eine Eisszene gibt, in der ich mich nicht doubeln lassen wollte. Also, das war schon eine Menge Arbeit."

Was ist Ihnen beim Dreh leicht, was schwerer gefallen?

Katarina Witt: "Die Arbeit an sich ist mir leicht gefallen, da Bernd Böhlich ein tolles Ensemble zusammengestellt hat und das Drehteam vor Ort hervorragend war. Nicht ganz so einfach war für mich zunächst die Erfahrung, dass ein solcher Film nicht chronologisch gedreht wird. Wenn dann mal zwei Wochen vor einer Anschlussszene lagen, war ich froh, dass mich Teresa wunderbar vorbereitet hatte. Die größere Herausforderung lag wohl beim Regisseur, denn er musste mich dazu bringen, ruhig stehen zu bleiben und nicht so viel herumzuzappeln."

Wie wichtig war für Ihre Arbeit Regisseur Bernd Böhlich?

Katarina Witt: "Zum einen verehre ich seine Arbeit seit Jahren und habe mich ihm einfach anvertraut. Witzigerweise gab es seit vielen Jahren diese Idee für ein solches Projekt und er hat mir die Geschichte auf den Leib geschrieben. Meine erste Hauptrolle mit ihm zu erleben, empfand ich als großes Glück."

Das Thema Stalking ist Ihnen selbst nicht unbekannt. Wie nahe ging Ihnen der fiktive Fall im Film?

Katarina Witt: "Es gibt ja die unterschiedlichsten Gründe, warum jemand einen fremden Menschen mit Stalking in die persönliche Enge treibt. Da es sich hier aber um eine rein fiktive Geschichte handelt, stand für mich die berufliche Faszination, wie aus Worten Bilder entstehen, im Vordergrund."

Im Film erschleicht sich der Polizist Martin Breiler (Matthias Koeberlin) das Vertrauen seines Stalking-Opfers. Wie unterscheidet man als Prominenter zwischen Bewunderer/Fan und Feind? Hat Sie Ihr eigenes Stalking-Erlebnis misstrauischer gemacht?

Katarina Witt: "Nein. Über die Jahre entwickelt man eine gesunde Antenne für Fans und Bewunderer und lernt auch, entsprechend auf „Feinde“ zu reagieren."

Bei Breiler fühlt man als Zuschauer die wachsende Besessenheit, zugleich auch das neue Lebensgefühl, das ihm diese Frau gibt: Er scheint endlich zu leben, endlich angekommen zu sein. Wie gut war Ihre Zusammenarbeit mit Matthias Koeberlin?

Katarina Witt: "Matthias hat eine bewundernswerte Leistung abgeliefert und ich habe jede Gelegenheit genutzt, zuzuschauen und von den Profis zu lernen. Ob Valerie Niehaus oder Matthias, sie haben mich alle sehr bei meiner Rolle unterstützt."

Wann sind Sie wieder auf dem Eis zu bewundern?

Katarina Witt:"Tja, ich glaube fast, dass die Eisszene im Film nun doch die allerletzte gewesen sein wird."

Star-Infos zu Katarina Witt unter  www.katarina-witt.de

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