Der Minister

"Ich weigere mich, die Hoffnung aufzugeben, dass es noch Politiker gibt, die die Interessen ihrer Wähler vertreten.“

Interview: Stefanie Stappenbeck

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© Hardy Brackmann, Hardy Brackmann

Ihre Figur Lisa muss Ihren Mann Max mit seinem besten Freund teilen. Wie viel Männerfreundschaft hält eine Ehe aus und wann würden Sie als Frau die Reißleine ziehen?

Stefanie Stappenbeck: "Ich glaube, dass Männerfreundschaften ganz wichtig sind, genauso, wie meine Freundinnen für mich. Das tut dann auch der Ehe gut. Man kann seinem Partner ja nicht alles sein, das wäre eine große Überforderung."

Viel früher als Max merkt Lisa, dass Franz Ferdinand Max' Fähigkeiten nur zu seinem eigenen Vorteil ausnutzt. Wie würden Sie als Ehefrau in einem solchen Fall reagieren?

Stefanie Stappenbeck: "Wenn sich Freundschaft und Beruf vermischen, ist es oft ein bisschen komplizierter. Falls mir eine Ungerechtigkeit auffällt, springt bei mir sehr schnell der Beschützerinstinkt an – und ich spreche es sofort an."

Während Franz Ferdinand und Viktoria immer mehr zum Glamour-Paar werden, bleiben Max und Lisa in ihrem bürgerlichen Leben. Als Schauspielerin stehen Sie selbst in der Öffentlichkeit. Welche Lebensweise liegt Ihnen näher?

Stefanie Stappenbeck: "Als Berlinerin hab ich's gerne entspannt. Glamouröse Auftritte auf roten Teppichen und tolle Fotoshootings können großen Spaß machen, aber man darf diesen Glitzeralarm auch nicht zu ernst nehmen, finde ich."

Inwiefern würden Sie selbst gerne mal in die Politik schnuppern?

Stefanie Stappenbeck: "Bislang habe ich immer gedacht: Wenn man verstehen will, was oder wer uns regiert, muss man die wirtschaftlichen Zusammenhänge begreifen und schauen, welche Bosse welcher Firmen versuchen, ihre Interessen durchzusetzen. Die Politiker empfand ich dabei fast immer mehr als ausführende Marionetten. Aber ich weigere mich, die Hoffnung aufzugeben, dass es noch Politiker gibt, die ernsthaft die Interessen ihrer Wähler vertreten und sich um das langfristige Wohl der Gesellschaft sorgen. Alles andere wäre zynisch."

 

Welches politische Amt käme für Sie in Frage?

Stefanie Stappenbeck: "Natürlich gar keines, das wäre ja vermessen. Aber ich hätte große Lust, in einer Politserie wie 'West Wing' zu spielen, dann am liebsten die Regierungssprecherin! Schade, dass 'Kanzleramt' vor einigen Jahren nicht erfolgreich genug war, um fortgesetzt zu werden. Vielleicht ist ja jetzt die Zeit reif dafür?!"

Wie viel Glamour verträgt Politik?

Stefanie Stappenbeck: "Bilder erzählen uns die Welt. Sie sind ein machtvolles Instrument, um Inhalte zu verbreiten und Menschen zu bewegen. Wir erleben das ja täglich in Nachrichten und Werbung. Und weil Glamour offensichtlich sehr gut dabei hilft und manch inhaltliche Schwäche überdecken kann, versuchen einige Politiker, mehr auf die Form statt auf den Inhalt zu setzen. Zum Glück misslingt das immer wieder."

Was halten Sie von Politikern, die schummeln?

Stefanie Stappenbeck: "Obwohl es sicher menschlich ist und die Versuchungen groß sind, finde ich es das Allerletzte."

In einem Interview sagten Sie einmal, dass Umweltschutz für Sie ein wichtiges Thema ist. Sind Sie in dieser Beziehung auch politisch engagiert? Und was kann die Politik Ihrer Meinung nach tun?

Stefanie Stappenbeck: "Gesetze und Initiativen sind enorm wichtig und ich unterstütze jede Regelung, die hilft, unsere Umwelt zu schützen. Wenn ich schnell und direkt etwas tun möchte, spende ich sehr gern für Organisationen wie Naturefund, Greenpeace, Plant for the planet, Waldaktie, Foodwatch usw. ..."

> Stefanie Stappenbeck spielt Lisa Drexel.

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