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"Karneval ist mein Beruf..."

Interview: Christoph Maria Herbst

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Christoph Maria Herbst, zuletzt konnten Sie die Zuschauer in "Und weg bist Du" als Tod mit langer Perücke bewundern. Nun tragen Sie als Rick schon wieder ein Toupet. Müssen wir uns daran gewöhnen?

Christoph Maria Herbst: "Keine Angst. Das Strahlen meiner Glatze bleibt uns erhalten. Aber so wie die Rollen, die ich spiele, unterschiedlich sind, so ist es ihr Aussehen. Ich würde mich schämen, sähe ich immer gleich aus. Und die Maskenbildner freuen sich am meisten, weil sie sich austoben können." 

Sie standen zum ersten Mal mit Lisa Maria Potthoff für ein TV-Movie vor der Kamera. Wie war's?

Christoph Maria Herbst: "Sie war von Beginn an Rolf Silbers erste Wahl. Zu Recht. Ich finde bei aller Komik, bei allem Scherz schafft Lisa es dennoch, ihrer Carla das rechte Maß an Tiefe zu verleihen. Diesen schmalen Grat schafft nur eine gute Schauspielerin. Eine Ulknudel wäre ausgerutscht. Lisa ist meine Carla." 

Sie müssen in "Achtung Polizei!" als Bulle mit durchgeknallten Kölner Jecken fertig werden. Sie wohnen in Köln. Wie ist Ihre Devise beim Karneval: flüchten oder feiern?

Christoph Maria Herbst: "Mal so, mal so. Karneval 2011 war ich kurz vor den "Stromberg"-Dreharbeiten und schon in Maske. Also ging ich als Bernd. Die Menschen waren begeistert, wie echt ich aussah. Das war sehr lustig – und selten hatte ich so sehr meine Ruhe. Karneval feiern, situativ zu entscheiden, ist schwierig. Entweder ganz oder Kanaren."

Jedes Kind verkleidet sich gerne. Welches Kostüm hatten Sie als Kind am liebsten an?

Christoph Maria Herbst: "Clown und Cowboy."

Auch beim Kölner Karneval haben die Wagen gesellschaftskritische Themen. Welches Thema würden Sie wählen, wenn Sie einen Wagen beim Rosenmontagszug hätten?

Christoph Maria Herbst: "Irgendwas mit Heuschrecken und Fernsehsendern."

Stromberg wanzt sich gerne an seine Kolleginnen ran. Und hat dabei mitunter auch Glück. Rick versucht, um seine Ex zu kämpfen. Hartnäckig sind beide. Wer hält länger durch?

Christoph Maria Herbst: "Der Papa natürlich, schon weil wir ihn länger erzählen können. Aber auch aus allen anderen Gründen. Penetranter, sturer, unsensibler und einsamer als dieser halbbeglatzte 'pain in the ass' ist niemand." 

Rick will die Trennung von Carla nicht wahrhaben. Er kann sich nicht einfach von ihr lösen. Was halten Sie davon, alte Liebe neu aufleben zu lassen?

Christoph Maria Herbst: "Bin ich nicht so ein Freund von, da ich mir nur schwer vorstellen kann, wie die massiven Gründe, die immerhin zu einer Trennung geführt haben, auf einmal komplett weg sein können. Meistens kehren alte Muster wieder zurück. Viele Getrennte kommen ja wieder zusammen, da ihnen der Spatz in der Hand lieber ist als die Taube. Das geht mal gar nicht – on/off ist wie Tauziehen ohne Tau."

Rick versucht, Carla mit einem Plakat zurückzuerobern. Wie weit würden Sie gehen, um ihre große Liebe wiederzubekommen?

Christoph Maria Herbst: "Überhaupt nicht. Entweder man liebt sich und ist frei und selbstbestimmt ein Paar – oder eben nicht. All dieses krampfartige Überreden und 'Überzeugungsarbeit-leisten-müssen' hat dort nichts zu suchen. Finde ich auch nicht romantisch, sondern eher nötigend, peinlich und stalking-verdächtig."

Sie spielen mal nicht den Ekel vor dem Herrn bzw. einen skurrilen Charakter, sondern als Rick eher den Typ Frauen-Versteher, einen netten Menschen eben. Wie wichtig war Ihnen diese Rolle?

Christoph Maria Herbst: "Weniger die Rolle als vielmehr mal für die U5 und mit Rolf Silber zu arbeiten. Der stand schon lange auf meiner To-Do-Liste ganz oben. Von der Idee, mir den Rick zu geben und nicht den eher zynischen Abwickler Kersten, war ich aus nachvollziehbaren Gründen angetan." 

Welcher Typ liegt Ihnen privat näher: Stromberg, Kreutzer oder der brave Rick?

Christoph Maria Herbst: "Puh. In Bruchteilen hab ich die alle in mir und darf sie beim Spielen dann aufblasen und kultivieren. Das ist ein Geschenk. Karneval ist mein Beruf. Ein Bier muss ich mit denen aber nicht zwingend trinken." 

Zurück zur "dunklen Seite der Büro-Macht": Wann stehen Sie denn nun für den Stromberg-Kinofilm vor der Kamera?

Christoph Maria Herbst: "Direkt nach Karneval. Und hier schließt sich dann der Kreis."

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