Der SAT.1 FILMFILM

"Kinder lehren einen, sich an den kleinen Dingen des Lebens zu freuen..."

Rebecca Immanuel im Interview

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"Alle Macht den Kindern" - Was können wir Erwachsenen von Kindern lernen?

Rebecca Immanuel: "Grundsätzlich kann man von jedem Menschen lernen, egal welcher Altersgruppe. Das Besondere bei Kindern ist mit Sicherheit, dass sie im Hier und Jetzt leben. Im besten Falle haben sie noch einen klaren Zugang zu ihren Gefühlen, drücken diese aus und gehen dann weiter. Außerdem sind sie beeindruckend kreativ. Des Weiteren lehren sie einem eine enorme Flexibilität durch ihre Spontanität. Das Leben ist nie wieder so planbar wie ohne Kind. Falls man es vergessen haben sollte, lehren einen Kinder, sich an den kleinen Dingen des Lebens zu freuen und man kann herrlich mit ihnen lachen. Abschließend finde ich, dass man eine neue Facette der Liebe von ihnen lernen kann. Sie sind wahre Lehrmeister der bedingungslosen Liebe. Und ganz grundsätzlich hat man durch Kinder ein weiteres Verständnis von Leben."

Gibt es Situationen, in denen Sie selbst gerne noch einmal ein Kind wären?

Rebecca Immanuel: "Nein, denn glücklicherweise ist es mir durch meinen Beruf vergönnt, das zu tun, was Kinder so lieben: zu spielen. Für mich bedeutet das je nach Rolle, in einem sicheren Umfeld Erfahrungen zu machen, auszuprobieren und zu lernen. Daher genieße ich meine zunehmende Reife, gepaart mit der Leichtigkeit und Unbeschwertheit des Spiels."

Sie sind selbst Mutter. Könnten Sie sich vorstellen, irgendwann selbst ein Experiment wie "Alle Macht den Kindern" zu starten?

Rebecca Immanuel: "So wie ich den Autor verstanden habe, ist das aus einer Neugier und einem gewissen Leidensdruck entstanden. Da ich von jeher ein stark demokratisch geprägtes Bewusstsein habe und Kinder mit ihren Bedürfnissen sowieso für voll nehme, glaube ich kaum, dass so etwas notwendig ist, damit beide Seiten (Eltern/Kind) sich annähern."

Die Kinder im Film fühlen sich bevormundet und nicht für voll genommen. Hat Sie der Film zum Nachdenken darüber bewegt?

Rebecca Immanuel: "Wenn man sich den Erziehungsstil im 20. Jahrhundert anschaut, der auch meine Generation geprägt hat, kann ich mir leicht vorstellen, dass sich manche Kinder so fühlen. Mein Elternhaus war sehr bildungsbewusst, so durfte ich früh lernen wie man die Dinge hinterfragt, die einem sonderbar vorkommen und was Würde ist. Von daher habe ich ohnehin eine 'andere', sehr moderne Sicht der Dinge, die ich stetig erweitere und erneuere. Diese ist stark geprägt von neuesten Erkenntnissen aus der Gehirnforschung, Pädagogik und Medizin."

   

Die Unordnung im Haus ist für Hannah eine Höchststrafe. Sind Sie ebenso pingelig wie Ihre Filmfigur?

Rebecca Immanuel: "Nun, Hannahs Verhalten ist ja überspitzt dargestellt, weil wir einen spannenden Film drehen wollen. Für mich gilt: Eine gewisse Struktur und Ordnung empfinde ich als wohltuend. Dass dies mit Kindern nicht immer funktioniert, ist jedem klar, der welche hat. Aber da kann man dann wunderbar Gelassenheit üben und fürs Wohlbefinden den eigenen Kleiderschrank, sowie Arbeitsbereich tiptop halten."

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