Der SAT.1 FILMFILM

"Mit vollgeheultem Taschentuch in der Hand laut zu lachen, ist doch großartig!"

Im Interview: Hannes Jaenicke

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© Â© SAT.1/ Hardy Spitz

"Allein unter Ärzten" ist der fünfte Teil der erfolgreichen "Allein unter …"-Reihe. Was unterscheidet diesen Film von den vier anderen?

Hannes Jaenicke: "Diesmal haben wir uns an eine Tragikomödie gewagt, was in Deutschland selten gemacht wird. Entweder beackern wir hier streng getrennt das Drama – oder eben das Comedy-Genre. Dabei ist diese Gratwanderung genau das, was angelsächsische Filme oft so erfolgreich macht."

In "Allein unter Ärzten" zieht Harald mit seiner volljährigen Film-Tochter in ein "Mutter-Kind-Zimmer" und weicht ihr nicht von der Seite. Übertrieben?

Hannes Jaenicke: "Harald Westphal übertreibt alles im Leben. So eben auch seine Vaterliebe. Aber er tut das ja nur weil er immer das Beste für seine Töchter will. Und weil er sich mehr um sie sorgt als zehn ängstliche Mamis zusammen."

Harald sagt im Film, dass er "nie im Leben jemanden von seiner Familie aufgeben werde". Inwiefern gilt das auch für Hannes Jaenicke?

Hannes Jaenicke: "Da ich das gigantische Glück habe, aus einer relativ intakten Familie zu kommen und mit meinen Geschwistern ein ausgesprochen enges Verhältnis habe, würde ich das klar mit 'Ja' beantworten."

Wie stehen Sie zur Zunft in Weißkitteln? Vertrauen oder Misstrauen gegenüber Ärzten?

Hannes Jaenicke:  "Wie überall gibt es auch unter Ärzten schwarze, faule und korrupte Schafe. Aber die meisten, mit denen ich bisher zu tun hatte, machen ihren Job trotz Bürokratie, marodem Gesundheitssystem und oft hypochondrischen Patienten anständig."

Wie stehen Sie zu alternativen Heilmethoden, wenn die herkömmliche Medizin nicht greift?

Hannes Jaenicke: "Positiv. Manchmal hilft das Eine, manchmal das Andere, manchmal beides zusammen."

Inwiefern kann die Psyche bei schwer kranken Menschen Heilung bringen?

Hannes Jaenicke: "Die Psyche kann genauso starke Heilungskräfte entwickeln wie der Körper. Ich glaube, das Eine funktioniert ohne das Andere gar nicht so richtig."

Zum Start des Films sollten wir alle Taschentücher bereit legen. Warum ist der Film trotz vieler ergreifender Momente eine Komödie?

Hannes Jaenicke: "Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Es gibt keinen Grund, humorlos zu sein – weder im Film, noch im Leben. Und wenn man mit dem vollgeheulten Taschentuch in der Hand auch mal laut lacht, ist das doch großartig. Wenn wir das mit diesem Film schaffen, dann ist uns etwas ausgesprochen Seltenes gelungen."

Als Harald Westphal waren sie nun schon "Allein unter" Müttern, Schülern, Töchtern, Nachbarn und Ärzten. Was könnte als Nächstes kommen?

Hannes Jaenicke: "Da ich mit Carolin Hecht (Drehbuch) in regem Kontakt stehe, würde ich mal schätzen, dass unsere Ideen noch für mindestens drei Filme reichen dürften. Stichworte wären 'Allein unter Palmen', 'Allein unter Babys' und 'Allein unter Gefreiten'.

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