Die Hebamme

"Ich habe einen Tag an der Seite einer Hebamme verbracht und eine Geburt mitbegleitet."

Im Interview: Lisa Maria Potthoff

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Anders als der Medicus, Professor Kilian, vertraut Hebamme Elgin Gottschalk auf die sanfte Medizin. Welche Richtung entspricht eher Ihren Überzeugungen?

Lisa Maria Potthoff: "Ich finde es einen großen Luxus unserer Zeit, dass jeder selbst entscheiden kann, ob er mehr der Schulmedizin oder alternativen Heilmethoden vertraut. Meine Mutter ist Schulmedizinerin, ich finde alternative Heilmethoden aber auch sehr interessant."

Elgin ist eine sehr vielschichtige Person. Wie würden Sie sie charakterisieren?

Lisa Maria Potthoff: "Elgin ist in meinen Augen eine sehr emanzipierte Frau, ein Freigeist. Sie hat sicher schon viele Verletzungen erlebt, ist aber stark aus ihnen hervorgegangen und lebt leidenschaftlich für ihren Beruf."

Wie haben Sie sich auf Ihre Rolle vorbereitet?

Lisa Maria Potthoff: "Um mich auf die Arbeit einer Hebamme und die Geburten vorzubereiten, dachte ich, es sei sinnvoll, einer echten Hebamme über die Schulter zu gucken und bei einer Geburt dabei zu sein. Also habe ich einen Tag an der Seite einer Hebamme verbracht und eine Geburt mitbegleitet. Zudem habe ich mich viel mit der Frage beschäftigt, warum Elgin so wurde, wie sie jetzt ist. Warum lebt sie alleine? Wie lief ihr Leben bis zum Beginn des Films?"

Sind Sie erstaunt oder erschrocken über die medizinischen Fortschritte und Methoden dieser Zeit?

Lisa Maria Potthoff: "Es gab damals sicher unglaublich brachiale Methoden, nicht nur in der Frauenheilkunde. Viele dieser mittellosen Patientinnen wurden von den Ärzten mehr als Forschungsobjekte denn als Menschen gesehen. Gott sei Dank arbeiten Hebammen und Ärzte heute meist mehr miteinander als gegeneinander. Trotzdem finde ich, dass der Arbeit der Hebammen noch mehr Wertschätzung entgegengebracht werden sollte."

Ist "Die Hebamme" Ihr erster Film mit Josefine Preuß? Wie war die Zusammenarbeit?

Lisa Maria Potthoff: "Es war unsere erste Zusammenarbeit, und diese war sehr kollegial und freundschaftlich."

Gibt es ein besonderes Erlebnis während der Dreharbeiten, an das Sie sich erinnern?

Lisa Maria Potthoff: "Es gibt eine Sequenz, wo mich der vermeintliche Mörder jagt, und ich ihn mit einem Stock niederschlage. Wir haben alles durchgehend in einer Einstellung gedreht: das Rennen und Gejagt werden, das Niederschlagen. Im Film sieht es nachher immer so leicht aus, aber ich hatte große Sorge meinen Kollegen mit dem Stock zu verletzen, und war nach drei Runden Rennen neben dem Kameraquad fix und fertig. Die historischen, schweren Gewänder und Schuhe machen es einem, sportlich gesehen, nicht leicht. Direkt danach haben wir die Liebesszene mit meinem Liebhaber gedreht. Da weiß man abends, was man getan hat."

Die Hebamme: Facts und Dreh-Infos

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