Die Staatsaffäre

"Eine Liebesgeschichte kann auch zwei Länder verbinden."

Veronica Ferres im Interview

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© SAT.1/ Stefan Erhard

25 Jahre nach Ihrer ersten – und einzigen Begegnung – flammt die Leidenschaft zwischen Anna und Guy wieder auf. Glauben Sie, dass zwei Menschen füreinander bestimmt sein können?

Veronica Ferres: "Das glaube ich auf jeden Fall. Wenn man zusammengehört, kommt man auch zusammen, egal wie groß die Hindernisse sein mögen. Vernunft ist dann nicht mehr der Wegweiser, solche Dinge entscheiden der Bauch und das Herz."

 

Die Liebesgeschichte zwischen zwei Staatsoberhäuptern ist im Film durchaus auch ein Problem. Dürfen in einer solchen Position die Gefühle über der Verantwortung
stehen?

Veronica Ferres: "Natürlich hat man als Staatsoberhaupt größte Verantwortung seinem Volk gegenüber und sollte, auch wenn Gefühle im Spiel sind, nichts entscheiden, was dem Volk oder dem eigenen Land schadet. Doch so eine Liebesgeschichte kann ja auch zwei Länder verbinden und sogar Frieden stiften … Eigentlich eine tolle Sache." (lacht)

Anna und Guy haben das Potential zum Glamourpaar der europäischen Politik. Wie viel Glamour verträgt die Politik Ihrer Meinung nach?

Veronica Ferres: "In der Politik geht es in erster Linie um die rechtmäßige, bestmögliche Führung eines Landes und Volkes. Da sind oft harte und sehr schwierige Entscheidungen zu treffen, die mit Glamour nicht viel zu tun haben. Das ist ein unglaublich fordernder Job, um den ich Frau Merkel nicht beneide. Was also auf öffentlichen Veranstaltungen wie Glamour aussieht, ist im Alltag oft harte Arbeit."

Wie hat es sich angefühlt, als 'Frau Bundeskanzlerin' angesprochen zu werden? 

Veronica Ferres: "Am Anfang war es durchaus befremdlich, doch man wächst schnell in so eine Rolle hinein, so dass es einem schon bald nicht mehr außergewöhnlich erscheint. Allerdings war es etwas ganz Besonderes, die Rolle einer Bundeskanzlerin zu spielen. Noch dazu ist Anna eine so wunderbar differenzierte Figur. Es hat mir riesigen Spaß gemacht, die Bundeskanzlerin zu verkörpern. Am Ende war es schade, als der Dreh vorbei war und man mich wieder mit 'Frau Ferres' angesprochen hat." (lacht)

Kurz nach Beginn der Dreharbeiten haben Sie unsere 'echte' Bundeskanzlerin bei einer Veranstaltung in Berlin getroffen. Kennen Sie und Angela Merkel sich gut? 

Veronica Ferres: "Wir haben uns schon ein paar Mal auf öffentlichen Anlässen gesehen, allerdings kennen wir uns nicht näher. Ich schätze sie sehr und bewundere sie für ihre wirklich herausfordernde Arbeit."

Philippe Caroit spielt den französischen Staatspräsidenten. Wie war es mit ihm zu drehen? 

Veronica Ferres: "Er ist ein großartiger Schauspieler, die Arbeit mit ihm hat unheimlichen Spaß gemacht. Wir haben auch eine ähnliche Ebene, was unseren Humor angeht. So hatten wir trotz wahnsinnig fordernder Dreharbeiten eine sehr erfüllte Zeit. Das liegt auch weitgehend an dem großartigen Regisseur Micky Rowitz, der uns wunderbar geführt und ein unglaubliches Feingefühl für den Stoff an den Tag gelegt hat."

Was lieben Sie an unseren französischen Nachbarn?

Veronica Ferres: "Ganz klar das 'Savoir Vivre'. Das Genießen eines guten Glases Wein, schöne Filme, ein schöner Abend mit Freunden. Wir Deutschen sind oft sehr zielorientiert und ehrgeizig. Wir können uns von unseren französischen Nachbarn das 'leichte Leben', das einfach mal 'Sein' abschauen, das es auch braucht, um glücklich und erfüllt zu leben."

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