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Über ihre Rolle als Ärztin im Katastrophenfilm "Gegen den Sturm!" - und ihr eigenes Engagement

Interview mit Alexandra Neldel

"Für mich war es wichtig, selbst einen Beitrag zu leisten und unmittelbar dabei zu sein".

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Warum war es Ihnen wichtig, den Film "Gegen den Sturm!" zu drehen?

Alexandra Neldel: "Ich war sofort Feuer und Flamme, als ich das Drehbuch las. Mich hat die Perspektive gereizt, weil die Helfer einmal von einer ganz anderen Seite gezeigt werden – mit all ihren Stärken und Schwächen, wie Entscheidungen getroffen werden und wie schwierig und gefährlich ihre Arbeit ist. Natürlich ist es ein fiktionaler Film, der zuweilen überspitzt bzw. manchmal auch entschärft erzählt. Entscheidend war für uns, dass sich die Zuschauer ihr eigenes Bild machen können."

 

Sie spielen die Ärztin Sophie Heimbach. Wie haben Sie sich auf die Rolle einer Medizinerin, die für eine Hilfsorganisation im Katastrophengebiet im Einsatz ist, vorbereitet?

Alexandra Neldel: "Für diese Rolle konnte und musste ich mich nicht im klassischen Stil vorbereiten, da wir die extreme Situation in einem Krisengebiet erzählen, wo es weder genug Medikamente noch Material und oft nicht einmal genug Wasser für jeden gibt. In so einem Fall muss man improvisieren – wie auch wir am Set, da wir in der Regenzeit gedreht haben, was zur Folge hatte, dass der Drehplan immer wieder geändert werden musste."

Was sind Ihrer Meinung nach die drängendsten Probleme, mit denen Hilfsorganisationen zu kämpfen haben und wie könnten Lösungen aussehen?

Alexandra Neldel: "Die Frage lässt sich nur schwer beantworten. Aber ich glaube, dass viele potenzielle Spender Angst haben, einer Organisation ihr Vertrauen zu schenken. Viele sind verunsichert und fragen sich, ob ihr Geld auch wirklich ankommt und wofür es letztlich verwendet wird. Zum Glück wird immer größerer Wert auf Transparenz gelegt und "schwarze Schafe" sogar öffentlich angeprangert. Ich unterstütze seit Jahren die Organisation Habitat for Humanity, weil dort jeder, der möchte, nicht nur spenden, sondern auch selbst "anpacken" kann. Dieses Konzept hat mir von Anfang an gefallen."

Sie sind für Habitat for Humanity bereits in Krisengebiete gereist. Wie haben Sie die Menschen und Umstände dort erlebt?

Alexandra Neldel: "Habitat for Humanity leistet in der Tat auch in Krisengebieten Hilfe. Im Vordergrund steht allerdings der Gedanke, dass jeder "ein Dach über dem Kopf" verdient, sowie "Hilfe zur Selbsthilfe". Ich war für Habitat in Nepal, Vietnam und Afrika und habe dort geholfen, Häuser zu bauen. Dabei war ich im direkten Kontakt mit den Familien vor Ort, was ich als sehr bereichernd empfunden habe. Besonders beeindruckt hat mich die Bereitschaft der Menschen zu teilen – auch wenn sie selbst kaum etwas hatten. Jeder wurde mit offenen Armen empfangen. Ich hatte auf jeder Reise immer wundervolle und intensive Begegnungen."

Mittlerweile engagieren sich viele Prominente für einen guten Zweck. Wie sieht Ihrer Meinung nach sinnvolles Engagement aus und was ist Ihnen persönlich dabei wichtig?

Alexandra Neldel: "Für mich war es wichtig, selbst einen Beitrag zu leisten und unmittelbar dabei zu sein. Auf diese Weise habe ich die hilfebedürftigen Familien kennengelernt und ihre persönlichen Geschichten. Man muss sich das wie eine große Haus-Bau-Gemeinschaft vorstellen. Jeder hilft, so gut er kann, und es herrscht immer eine besondere Energie. Man erfährt sich als Teil eines großen Ganzen. Ich habe zudem erkannt, wie wichtig es für Hilfsorganisationen ist, dass sie und ihre Arbeit Aufmerksamkeit bekommen. Ich versuche, ein wenig dazu beizutragen, z.B. durch dieses Interview – und vielleicht auch durch den Film "Gegen den Sturm!". Wichtig ist mir, dabei nicht belehrend zu wirken, sondern Anderen Lust zu machen, ebenfalls zu helfen. Sollte mir das gelingen, wäre schon viel gewonnen."

Der Film erzählt die Geschichte einer indonesischen Region nach einer schrecklichen Naturkatastrophe. 2004 erschütterte ein Tsunami den indischen Ozean und besonders die Insel Sumatra. Wie haben Sie die Ereignisse damals erlebt?

Alexandra Neldel: "Ich habe wie die meisten in den Nachrichten davon erfahren und kann mich noch gut an die vielen Videoaufnahmen der Touristen erinnern, die die Katastrophe dokumentiert haben. Diese Bilder haben sich mir sehr eingeprägt. Ich war ein Jahr später auf Sri Lanka, und die Auswirkungen des Tsunami waren auch damals noch sehr präsent." 

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