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"Ich wollte nie Prinzessin werden"

Interview mit Jennifer Ulrich

© Christiane Pausch SAT.1

Sie spielen die junge, aufstrebende Journalistin Lissie Lensen – was hat Sie an dieser Rolle gereizt?

Jennifer Ulrich: Für mich war es eine große Herausforderung, die Hauptrolle in einer Komödie zu spielen. Komödie hat viel mit Timing zu tun, und das ist nicht immer leicht. Außerdem fand ich es spannend, hinter die Kulissen des Boulevardjournalismus zu blicken. Als Schauspielerin möchte man sich eher vor der Presse schützen und verurteilt daher schnell mal die Art und Weise einiger Journalisten. Durch meine Recherche über den Alltag von Journalisten und den immensen Druck, der auf ihnen lastet, habe ich einen anderen Blick auf das alles bekommen.

Lissie ist ehrgeizig, taff und ein bisschen durchgeknallt – welche Parallelen sehen Sie zwischen Lissie und sich als Privatperson?

Ehrgeizig, taff und ein bisschen durchgeknallt bin ich auch, aber grundsätzlich sehe ich zwischen Lissie und mir eher wenig Parallelen. Lissie hat ganz andere Träume und auch andere Wege, diese zu verwirklichen. Sie weiß noch nicht genau, wo sie steht im Leben, wer sie sein möchte und wer sie wirklich ist. Sie lässt sich von vielen Dingen schnell ablenken und konzentriert sich daher zu wenig auf sich selbst. Ich bin in allem etwas gelassener und gefestigter als Lissie. Ich weiß, was ich will und versuche, bedachter an Dinge heranzugehen.

Vier Jahre Studium, drei Jahre Praktikum und trotzdem muss Lissie ewig auf ihren Traumjob warten – wie weit würden Sie für Ihre Karriere gehen?

Ich bin ein sehr geduldiger Mensch und kämpfe für meine Träume und meine Karriere, aber ich muss mich dabei immer gut fühlen und würde nichts tun, das ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren könnte. Mein Beruf ist meine Leidenschaft, aber es gibt viele Dinge in meinem Leben, die mich ebenso glücklich machen und die ich für meine Karriere nie aufgeben würde. Eine Karriere kann immer scheitern, aber Familie und Freunde sind unsere einzige Konstante im Leben.

Zwischen Paul-Darsteller Pasquale Aleardi und Ihnen sprühen vor der Kamera die Funken. Wie war die Zusammenarbeit?

Pasquale und mir hat die Arbeit viel Spaß gemacht. Wir verstehen uns gut. Das macht es natürlich um einiges leichter, eine liebevolle Verbindung glaubhaft zu erzählen. Pasquale hat immer viele Ideen und große Lust daran, Dinge auszuprobieren. Das macht die Arbeit lebendig und sehr kreativ.

Lissie träumt seit ihrer Kindheit davon, Prinzessin zu sein. Warum wollen so viele Mädchen Prinzessin werden?

Ich wollte nie Prinzessin werden und jetzt, wo ich weiß, welchem Druck, immer perfekt zu sein, man da ausgesetzt ist, würde ich erst recht keine Prinzessin sein wollen. Junge Mädchen sehen nur die schönen Kleider, das pompöse Leben, die Paläste und die angebliche Unbeschwertheit und wünschen sich, auch so zu sein. Dass hinter der immer lächelnden Fassade Arbeit, Druck und die Aufgabe vieler Freiheiten steckt, sehen sie natürlich noch nicht.

Viele Frauen haben großes Interesse am Leben der Stars und Sternchen. Lissie nennt es die Lust "den anderen beim Leben zuzuschauen". Können Sie das nachvollziehen?

Als Schauspielerin liebe ich es natürlich, Menschen beim Leben zuzusehen und sie zu studieren. Das ist ja irgendwie Teil meines Berufes. Deshalb reise ich auch so gern. Man lernt viele verschiedene Leute, ihre Kulturen und ihre Geschichten kennen und gleichzeitig viel über sich selbst. Für meinen Beruf als Schauspielerin ist das der authentischste Weg, Charaktere zu studieren.

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