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"Am Anfang dachte ich: 'Ich als Mann? Das geht nie!‘"

Interview: Theresa Scholze

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Wie fühlt es sich an, als Mann zu drehen?

Theresa Scholze: "Heiß! Hauptsächlich, weil ich so viel an hatte, um meinen weiblichen Körper zu verstecken. Abgesehen davon, dass es natürlich etwas gewöhnungsbedürftig ist, im Anzug rumzuschlendern und Mastix im Gesicht zu haben, damit der Bart hält, eröffnet einem das Dasein als Mann doch auch so einige Freiheiten: Ich durfte ja im Gegenzug auf all’ meine weiblichen Attribute verzichten: keine hohen Schuhe, kein ausladender Hüftschwung, kein Dekolleté, das man seinem Gegenüber unter die Augen halten kann, kein süßliches Lächeln, keine enge Kleidung, keine überbordende Schminke. Da ist mir aufgefallen, was wir Frauen alles so unternehmen, um attraktiv zu wirken. Männer müssen das nicht! Sie gehen durchs Leben und finden sich selbst völlig ok. Davon können wir Frauen uns ruhig ‘ne Scheibe abschneiden.

“Haben Sie sich als Mann oder als Frau wohler in Ihrer Rolle gefühlt?

Theresa Scholze: "Am Anfang habʼ ich gedacht: 'Ich als Mann, das geht nie! Keine Ahnung, wie ich das machen soll!' Wir (Maske, Kostüm, Regie) haben lange herumprobiert, um diesen Frank Schmidt zu kreieren. Ich bin zu meiner Mutter gerannt, die auch Schauspielerin ist, und hab mit ihr Gänge und Gesten geübt. Regisseur Florian Gärtner und ich haben uns oft getroffen und ausprobiert, was gut ist und was nicht. Ich hab’ alle Männer, die mir begegnet sind, beobachtet, Filme gesehen und Bücher gelesen. Im Endeffekt haben wir da einen kleinen Mann 'gebastelt', der mir ans Herz gewachsen ist. Und ich habʼ es wahnsinnig genossen, ihn zu spielen. Manchmal stand ich am Set und dachte: 'Mann, diese Rolle ist ein Geschenk!'"

Tom Wlaschiha spielt ihren Chef, der Ihnen Ihr Herz ausschütten will. Worin unterscheiden sich Männer- von Frauengesprächen?

Theresa Scholze: "Ganz einfach: Frauen reden schnell, viel und detailliert und besonders gerne über ihre Gefühle. Männer nicht! Männer reden auch gerne mal gar nicht. Gleichermaßen hören sie auch weniger zu. Irgendwie klären die ihren 'Kram' anders, so untereinander, witzeln mehr herum. Frauen reden oft, weil es ihnen einfach gut tut. Da haben die Geschlechter so ihre Arten, macht ja auch den Reiz aus!"

Wie spielt es sich mit einem Kondom in der Hose, das mit Popcorn gefüllt ist?

Theresa Scholze: "Tja, ich sag mal, da gibt es dann einen enormen Störfaktor zwischen den Beinen. Popcorn gehört da eben einfach nicht hin!"

© Claudius Pflug SAT.1

Im Film landen Sie mit Ihren männlichen Redaktionskollegen in einer Striptease-Bar. Wie skurril war diese Szene für Sie?

Theresa Scholze: "Ziemlich. Vor der Szene hatte ich Respekt, denn irgendwie wusste ich nicht so recht, was da auf mich zukommt. Aber meine männlichen Kollegen waren natürlich löbliche Vorbilder. Und nach zehn Stunden in diesem Strip-Club hab ich mich ganz wohl gefühlt. Schließlich ist es für mich als Frau auch nicht so weltbewegend, eine Stripperin oder zwei nackte Brüste zu sehen, ich habʼ ja selber welche."

Tine rächt sich mit einem Artikel an ihrem Ex-Freund. Inwiefern haben Sie sich auch schon mal an einem Verflossenen gerächt?

Theresa Scholze: "Rache ist was fürs Gemüt. Ich habe da andere Methoden, das meinige zu beruhigen. Und im Endeffekt kommt immer alles auf einen selbst zurück, sieht man ja an Tine. :-) Aaaaber, dass Tine im Film diese Rache-Idee kommt, ist natürlich ganz wunderbar, sonst hätten wir nicht einen so schönen Film gedreht!"

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