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"Entweder werde ich so akzeptiert und geliebt wie ich bin – oder nicht!"

Bettina Zimmermann im Interview

Was passiert, wenn du nicht mehr Lügen kannst? Genau diesem Szenario muss sich Schauspielerin Bettina Zimmermann in ihrer neuen Rolle in " Zum Teufel mit der Wahrheit " stellen.

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© dpa

Zum Teufel mit der Wahrheit: Glauben Sie, dass Lügen das Leben vereinfachen können?
Bettina Zimmermann: "Vielleicht für den Moment, in dem man durch Lügen eine Situation oder ein Thema beendet oder in eine für sich angenehme Richtung geführt hat. Auf Dauer gesehen kommt aber immer alles heraus und erschwert doch vieles. Daher bin ich immer für offene und ehrliche Worte."

Wann greifen Sie zu Lügen? Wann zu Notlügen?
Bettina Zimmermann: "Ich versuche grundsätzlich, Lügen zu vermeiden. Das funktioniert natürlich im Alltag nicht immer. Alleine schon bei der Beantwortung von Floskeln wie: 'Hey, wie geht es Dir?', sagen doch bestimmt 95 Prozent der Leute 'gut', um nicht jedem gleich die komplette Lebensgeschichte erzählen zu müssen. Würden alle mit der Wahrheit antworten, würden Gespräche wesentlich länger dauern – und meist interessiert es das Gegenüber ja sowieso nicht, es sei denn, es gehört zur Familie oder zum engeren Freundeskreis. Es sind einfach Floskeln. Oder fast alle Eltern lügen ja, wenn sie vom Weihnachtsmann erzählen. Aber das sind wunderschöne Lügen, die die Kinder einfach mehr Kind sein lassen und den Erwachsenen ein Stück Kindheit zurückbringen. Aber generell gilt, wenn es um wichtige Gespräche und Themen geht: Lügen sind zu vermeiden."

Wem würden Sie gerne mal die ungeschminkte Wahrheit sagen?
Bettina Zimmermann: "Die ungeschminkte Wahrheit hört sich oft so böse, so negativ an. Man verbindet damit immer gleich Streit oder lautes Geschrei. Das muss sie ja gar nicht sein. Und Menschen, die einem am Herzen liegen, einem nicht egal sind, sollte man gar nicht erst anlügen – nur, wenn es um Geburtstagsüberraschungsfeiern geht!"

Was würde sich Ihrer Meinung nach im Alltag ändern, wenn es tatsächlich ein "Wahrheits-Serum" gäbe, das alle zur Wahrheit zwingt?
Bettina Zimmermann: "Vieles. Am Anfang würde es überall Chaos und eine Achterbahn der Gefühle geben. Nach einiger Zeit, würde es sich dann aber legen und am Ende kann sich jeder über das Gesagte seines Gegenübers sicher sein: Es ist die Wahrheit!"

Sie leben in einer Patchwork-Familie, sie haben selbst Kinder. Wo endet Ihre Toleranzgrenze bei Lügen?
Bettina Zimmermann: "Wenn es die Grenze des Flunkerns übersteigt. Die Kinder wissen auch, wenn sie die Wahrheit sagen, kommen sie bei mir eher weiter."

Kathrin steht im Film zwischen einem älteren und einem jüngeren Mann. Was ist das Besondere an beiden Beziehungen?
Bettina Zimmermann: "Ich glaube nicht, dass man eine gute Beziehung am Alter des Partners ausmachen kann. Die Seelen, die Eigenschaften, die Gefühle, das Miteinander, der Rhythmus müssen stimmen. Jünger oder älter ist da ganz egal."

Sie werden bald 40 und sehen fantastisch aus. Was schätzen Sie am Älterwerden?
Bettina Zimmermann: "Dass man weiß, was man will und was nicht. Auf Dinge zu verzichten und 'Nein' zu sagen fällt einem leichter. Man muss nicht mehr allen Quatsch mitmachen, um sich dazugehörig zu fühlen. Und es ist interessant zu sehen, wie alles wiederkehrt. Mit 40 hat man ein Alter, was einen an das der Eltern erinnert, da man diese mit 40 ja bewusst erlebt hat. Und jetzt merkt man, dass man den eigenen Kindern teilweise dasselbe erzählt und rät, was einem die eigenen Eltern auch geraten haben. Da muss ich manchmal schon über mich selbst schmunzeln."

Sie selbst sind eher der natürliche Typ: Haben Sie Ihr Äußeres schon mal für einen Mann verändert?
Bettina Zimmermann: "Nein. Entweder werde ich so akzeptiert und geliebt wie ich bin oder nicht! Äußerlichkeiten sind vergänglich. Eine Floskel, aber es stimmt. Ich möchte doch einen Partner neben mir haben, der mit mir gemeinsam älter wird und mich nicht austauscht, wenn mein Äußeres nicht mehr stimmt."

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