Der SAT.1 FILMFILM

Drei Fragen an Paula zur SAT.1 Komödie "Zum Teufel mit der Wahrheit!"

Sex-Expertin Paula Lambert im Interview

Liebe, Sex und Lügen - In einer Beziehung greift so mancher zur einen oder anderen Notlüge, z.B. wenn es um die schönste Sache der Welt geht. Sex-Expertin Paula Lambert weiß, warum Frauen und sogar Männer Orgasmen vortäuschen.

Interview: Paula Lambert
© sixx/Claudius Pflug

Im Film täuscht Kathrin ihrem jüngeren Freund einen Orgasmus vor, was sich für ihn als größter Vertrauensbruch darstellt. Wieso täuschen Frauen Orgasmen vor?

Paula: Meiner Erfahrung nach täuschen Frauen Orgasmen vor, weil sie das Gefühl haben, sie seien ihrem Partner etwas schuldig. Frauen kümmern sich tatsächlich viel zu wenig darum, dass sie auch einen Orgasmus bekommen – aber das ist ein anderes Thema. Manche Frauen täuschen auch Orgasmen vor, weil sie wollen, dass der Sex-Akt zu Ende geht und dass der Mann irgendwie zu Potte kommt – oder zumindest in irgendeiner Form kommt. Und natürlich hat der Freund, Lebensgefährte, Partner total Recht damit, dass es ein Vertrauensbruch ist, weil sie ihm ja etwas vorspielt, das gar nicht real ist. Nämlich, dass sie die Sexualität mit ihm als befriedigend empfindet – tut sie ja nicht, sie findet’s blöd und wenn man vernünftig ist, sollte man natürlich darüber reden und sagen: „Es tut mir leid, aber unser Sex ist so, dass ich niemals zum Höhepunkt komme. Was können wir da machen?“

Täuschen auch Männer Orgasmen vor? Aus welchen Gründen geschieht das?

Paula: Die Zahlen variieren, aber es heißt, dass ungefähr 20 Prozent aller Männer ab und zu oder schon einmal einen Orgasmus vorgetäuscht haben. Das geht natürlich einfacher, wenn man ein Kondom benutzt und schnell aufspringt und das Ding wegwirft. Ich habe aber auch schon von Männern gehört, die die Frau dann auf alle Viere drehen – also Doggy-Style – und ihr dann beherzt auf den Rücken spucken, als hätten sie gerade ejakuliert. Das gibt es alles. Es ist genau wie beim weiblichen vorgetäuschten Orgasmus eigentlich ziemlich blöd. Ich finde es nur akzeptabel, wenn man das Gefühl hat, der andere wäre wirklich wirklich geknickt, wenn es nicht dazu kommt. Das wäre aber dann nur angebracht, wenn man Mitleidssex mit jemandem hat, der sonst nie Sex hat und man ihm eine Art Belohnung geben möchte. Mit vorgetäuschten Orgasmen belügt man sich auch selber. Es ist einfach Selbstbetrug und Betrug gleichermaßen.

Wieso kommen Frauen beim Sex manchmal nicht zum Höhepunkt? Was kann man ändern?

Paula: Bei der Orgasmusfähigkeit spielt die Psychologie eine ganz ganz große Rolle: Wie sehr kann ich mich fallen lassen? Wie sehr kann ich mich entspannen? Wie sehr genieße ich Sex? Gestehe ich mir meine eigene Sexualität zu? Das sind Fragen, die manche Leute mit „nein“ beantworten müssen. Und dann ist es auch eine Technikfrage: Einen Rappelheini im Bett zu haben, der mit mordsmäßigem Abstand auf einem rumstochert, da kann selbst die geübteste Frau nicht zum Orgasmus kommen. Man kann Männer aber dahingehend korrigieren oder erziehen, dass sie eben frauenfreundlich Sex haben. Und natürlich gibt es Stellungen, die orgasmusfreundlicher sind: Zum Beispiel, wenn die Frau oben sitzt, weil sie dann möglichst viel Körperkontakt zum Partner hat, mit der Klitoris zum Beispiel. Alles in allem hilft es, nicht so viel zu sitzen während der Arbeit. Man weiß, dass ein ausgeleierter Beckenboden zu geringerer Orgasmusfähigkeit führt und darum ist hocken, stehen und herumgehen deutlich besser. Das gilt für alle, die viel im Büro arbeiten und sitzen. Nicht vergessen, jeden Tag Beckenbodentraining zu machen, das ist auch gut fürs Alter. Und immer offen mit dem Partner darüber sprechen – dann müsste es eigentlich flutschen.

Kommentare

Die Online-Sitcom mit Bettina Zimmermann

Kai Wiesinger und Bettina Zimmermann zwischen Familienalltag und Midlifecrisis: Die Online-Sitcom geht in die 3. Staffel.

Zu den Folgen