Der SAT.1 FILMFILM

"Stöckelschuhe: Ich ziehe den Hut vor der Damenwelt."

Im Interview: Max von Pufendorf

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Vom Macho zum feinfühligen Mann: Was können Männer von Frauen lernen?

Max von Pufendorf: "Vielleicht etwas unmittelbarer seine Gefühlswelt zu artikulieren? In meinem Fall bezweifle ich aber, dass mir das jemals gelingt."

Und können Frauen auch etwas von Männern lernen?

Max von Pufendorf: "Nicht immer unmittelbar aus der eigenen Gefühlswelt zu argumentieren? Ich bezweifle, dass auch das jemals gelingt. Das ist es ja: Wir werden aus der Unterschiedlichkeit nicht wirklich schlau, stehen immer wieder vor einem Rätsel und trotzdem fühlen wir uns voneinander angezogen. Deshalb lässt sich das Thema 'Boy meets Girl' so gut variieren. In diesem Film haben wir die Geschlechterklischees ganz bewusst benutzt. Im wirklichen Leben können sich Klischees bestätigen, aber letztendlich doch meist anders, als man sich das vorgestellt hat. Im Film ist Wally zwar einfühl- und beredsam, wie sich das für das Klischeebild einer Frau gehört, aber sie nutzt das ausschließlich, um Georg eins auszuwischen. Als Mann hat es mir großen Spaß gemacht, so eine 'Bitch' zu spielen. Frauen werden im deutschen Fernsehen doch häufig sehr idealisiert."

Wie sieht Ihre weibliche Seite aus?

Max von Pufendorf: "Hinreißend. Wir sind nun bald sechs Jahre verheiratet."

Wie war es für Sie, die Doppelrolle zu spielen?

Max von Pufendorf: "Großartig, herausfordernd und anstrengend! Wann kriegt man so was schon mal angeboten? Es war vor allem eine Sache der Konzentration. Aber ich hatte Hilfe: Mein fehlendes Gegenüber hat ein Double ersetzt, Tim Breyvogel, ein sehr guter Schauspieler, der im Film nur einmal kurz im als tuntiger Schneider auftaucht, außerdem gute Regie, gute Kamera, ein gutes Kostüm und eine aufwändige, geniale Maske."

  

Haben Sie sich anders in den Frauen-Klamotten bewegt?

Max von Pufendorf: "In Stöckelschuhen ist das nicht zu verhindern. Ich ziehe meinen Hut vor der Damenwelt, die diese Tortur tagtäglich erträgt."

Verändert es etwas in der Wahrnehmung, wenn man ein Kleid trägt?

Max von Pufendorf: "Meine eigene in ganz praktischer Hinsicht: Es dauert länger sich an- und auszuziehen, BH und was da sonst noch alles dazukommt." Aber was die Wahrnehmung der anderen am Set betraf, war viel mehr die Maske entscheidend: Durch die künstliche Stirn war mein Gesicht so verändert, dass nach der ersten Szene am ersten Drehtag der Tonmann auf den Regisseur zukam und sagte: 'Die Stimme könnte auch Pufendorf sein'."

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