Zwei Leben. Eine Hoffnung

Über den SAT.1-Spielfilm "Zwei Leben. Eine Hoffnung."

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) im Interview

"Ich wünsche mir, dass sich mehr Menschen mit dem Thema Organspende befassen...Der Film schafft mit großer Realitätsnähe und auf einfühlsame Weise Aufmerksamkeit."

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© BMG/Jochen Zick (action press)

Herr Gröhe, was hat Sie zur Zusammenarbeit mit SAT.1 bewogen?
Hermann Gröhe: "Alle acht Stunden stirbt in Deutschland ein Mensch, weil kein passendes Organ gefunden wird. Das heißt umgekehrt: Jeden Tag könnten drei Menschenleben gerettet werden. Ich wünsche mir, dass sich mehr Menschen intensiv mit dem Thema Organspende befassen, mit ihrer Familie und im Freundeskreis darüber reden und eine persönliche Entscheidung treffen. Und es geht darum, diese Entscheidung in einem Organspendeausweis festzuhalten. Denn diese Entscheidung kann Leben retten. Der Film 'Zwei Leben. Eine Hoffnung' trägt auf bewegende Weise dazu bei, Öffentlichkeit für dieses wichtige Thema zu schaffen."
 

 

Wie beurteilen Sie die Realitätsnähe des Films?
Hermann Gröhe: "Der Film zeigt vor allem sehr eindrucksvoll, mit welchen emotionalen Herausforderungen alle Beteiligten in einer solchen Situation zu kämpfen haben: die Betroffenen selbst, die verzweifelt auf ein Organ warten, ihre Eltern, die vor allem das eigene Kind retten wollen, und auch die Ärztinnen und Ärzte. Natürlich gibt es immer einzelne Dinge, die in einem Film vereinfacht werden müssen. Beispielsweise werden Angehörige nicht auf dem Gang gefragt, ob der Verstorbene Spender hätte sein wollen, sondern in dieser schweren Situation von Transplantationsbeauftragten begleitet. Wichtig ist aber, dass der Film mit insgesamt großer Realitätsnähe und auf einfühlsame Weise Aufmerksamkeit für das wichtige Thema Organspende schafft."

Inwiefern beurteilen Sie die Charaktere im Film als glaubwürdig und nachvollziehbar – insbesondere Annette Frier als Transplantationsärztin?
Hermann Gröhe: "Gerade im Film-Charakter von Annette Frier wird der Konflikt sehr gut sichtbar, in dem sich auch die Ärztinnen und Ärzte befinden – hin- und hergerissen zwischen dem Mitgefühl für den eigenen Patienten und der dringenden Notwendigkeit die bestehenden Regeln strikt zu beachten. Die schweren Verfehlungen an einzelnen Kliniken, die 2012 bekannt wurden, haben viel Vertrauen zerstört. Dass die Regeln und Kontrollen im Anschluss deutlich verschärft wurden, war richtig. Das Vertrauen in die Organspende wird aber nur wiedergewonnen werden können, wenn Ärzte, Kliniken und Behörden alles dafür tun, dass diese Regeln auch eingehalten werden. Andernfalls wird guter Wille schnell zu Willkür."

Zwei Leben. Eine Hoffnung

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