Zwei Leben. Eine Hoffnung

Informationen und Linktipps zu einem sehr persönlichen Thema

Organspende - Wie läuft das eigentlich ab?

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© Junge Helden / www.junge-helden.org

Organspende: Ein klares JA oder NEIN hilft

Dürfen meinem Körper nach der ärztlichen Feststellung meines Hirntodes Organe und Gewebe entnommen werden? Diese Frage gehört sicher zu den persönlichsten Entscheidungen, die ein Mensch treffen kann. Egal, wie die Antwort ausfällt: Sie gibt eigenen Angehörigen und Ärzten im Notfall die Sicherheit, das Richtige zu tun.

Ein Organspendeausweis dokumentiert die Entscheidung

Egal, ob man seine Organe spenden will oder sie auf keinen Fall zur Entnahme freigeben möchte: Auf einem Organspendeausweis wird festgehalten, ob und welche Organe entnommen werden dürfen. Außerdem kann eine Person bestimmt werden, die diese Entscheidung im Notfall treffen soll. Die Verfügungen sind bindend für Ärzte und Angehörige. Entsprechen die getroffenen Vorkehrungen eines Tages nicht mehr den persönlichen Wünschen, kann der Ausweis einfach vernichtet und ein neuer erstellt werden. Wichtig ist, den Organspendeausweis mit sich zu führen.

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Linktipp:  Organspendeausweis downloaden  

Organspende: Wie läuft das eigentlich ab?

Ich habe mich entschieden, im Fall meines Todes Organe zu spenden und dies auf einem Spenderausweis dokumentiert. Nur im Fall eines Hirntods (1 Prozent der Todesfälle) kommen die Organe für eine Transplantation infrage.

Die Diagnose Hirntod
Der Hirntod beschreibt den nicht-wiederherstellbaren (irreversiblen) Ausfall der Gesamt- funktion des Gehirns und ist nach wissenschaftlich-medizinischem Stand ein sicheres Todeszeichen des Menschen. Die Diagnose erfolgt durch zwei voneinander unabhängige Fachärzte. Der Hirntod ist Ausgangspunkt einer jeden Spende.

Linktipp: Mehr Infos zum Thema Hirntod auf www.bundesaerztekammer.de 

Vom Spender zum Empfänger: DSO und Eurotransplant

Sind Hirntod und die Bereitschaft zur Organspende geklärt, meldet das Krankenhaus den potentiellen Spender an die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) . Dies ist die zentrale Schnittstelle zwischen Kliniken, Angehörigen, der internationalen Organvermittlungsstelle Eurotransplant , dem Organtransport und dem zuständigen Transplantationschirurgen. Zunächst werden die Organe durch die DSO auf ihre Funktionsfähigkeit untersucht. Sind sie gesund, erfolgt die Meldung der Möglichkeit einer Organspende an Eurotransplant, von wo aus passende Empfänger ermittelt und das zuständige Transplantationszentrum informiert werden. 

Im Anschluss erfolgt die Organisation der Organentnahme durch die DSO, sowie der Transport. Je nach Organ dürfen maximal vier bis 24 Stunden zwischen der Entnahme und Transplantations-OP liegen.

Nach dem Organspende-Skandal
Im Jahr 2012 wurden Manipulationen bei Daten von Wartelistenpatienten aufgedeckt. Betroffen waren mehrere deutsche Kliniken. Die Anzahl der Organspender ging danach zurück. Seitdem wurde das Transplantationsgesetz mehrfach angepasst, um u.a. häufigere Kontrollen zu gewährleisten. 2015 verzeichnete die DSO erstmals wieder einen leichten Zuwachs an Organspendern. So spendeten im vergangenen Jahr 877 Personen (insgesamt 2900 Organe). Derzeit warten in Deutschland 10.000 Menschen auf eine Organspende.

Linktipps zum Thema Organspende

Infos über das Transplantationsgesetz gibt das Bundesgesundheitsministerium unter  www.bmg.bund.de/themen/praevention/organspende.html

Häufig gestellte Fragen gesammelt und beantwortet findet ihr auf der Website des gemeinnützigen Vereins Junge Helden

Allgemeine Infos zum Thema:  www.organspende.info

Die offizielle DSO-Website  

Das Info-Telefon der DSO
Unter der gebührenfreien Nummer 0800 / 90 40 400 beantwortet ein Team von montags bis freitags von 9:00 bis 18:00 Uhr Fragen zum Thema. 

Die offizielle Eurotransplant-Website

Lebertransplantierte Deutschland e.V.

(Quellen: Bundesgesundheitsministerium, Verein "Junge Helden", DSO)

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