Mordkommission Berlin 1

Der erste Bulle - Wie Ernst Gennat die moderne Polizeiarbeit erfand

Der Berliner Kriminalkommissar Ernst Gennat setzte in den 20er Jahren neue Standards, die bis heute bei der Polizeiarbeit gelten.

gennat

Eine halbnackte Leiche auf dem Wohnzimmerboden, Blutflecken auf dem Teppich, ein umgekippter Stuhl – und die Polizei räumt nach ihrem Eintreffen erst einmal den Tatort auf! Was aus heutiger Sicht vollkommen absurd klingt, war in den 20er Jahren gang und gäbe. Bis der Berliner Kriminalkommissar Ernst Gennat (1880 bis 1939) auf den Plan trat.

Ernst Gennat gründete 1926 die erste Mordkommission Deutschlands mit Sitz am Alexanderplatz in Berlin, revolutionierte mit seinen Ermittlungsmethoden die Kriminalistik weltweit und diente als historische Vorlage für die Figur des Kommissars Paul Lang im SAT.1-Event "Mordkommission BERLIN 1". 

Eine systematische Analyse des Tatorts, die separate Verpackung und Beschriftung von Beweismitteln, ein "Mordauto" mit allen Utensilien, die für eine effektive Spurensicherung benötigt werden, die Erstellung einer zentralen Mordkartei zur Ermittlung von Serientätern: "Der Dicke", wie Ernst Gennat seinerzeit wegen seiner imposanten Leibesfülle genannt wurde, setzte neue Standards, die bis heute bei der Polizeiarbeit gelten. Mit seinem Ansatz, sich in den Täter einzufühlen und die Verbrechen aus dessen Perspektive zu betrachten, gilt Gennat zudem als einer der ersten Profiler der Kriminalgeschichte

Mit welchen Mitteln gelang es Ernst Gennat, eine spektakuläre Aufklärungsquote von 95 Prozent zu erreichen? Inwiefern orientieren sich Ermittler aktuell noch an seinem Vorbild? Und welche innovativen Methoden stehen der modernen Forensik heute bei der Verbrechensklärung zur Verfügung? Antworten gibt die Dokumentation "Der erste Bulle – Wie Ernst Gennat die moderne Polizeiarbeit erfand", die SAT.1 im Anschluss an den Spielfilm am Dienstag, 1. Dezember 2015 um 22:55 Uhr zeigt. 

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