|
|
Von der Ski-Piste auf die Theater-Bühne
Interview mit Julian Weigend
|
|
|
In R.I.S. spielst Du Philip Jacobi, den Team-Chef, der alles mit besonderer Akribie tut und fast nie lächelt. Kannst Du Dich darin erkennen? Gibt es Parallelen?
Ja, es gibt schon Parallelen, aber nicht so ausgeprägt, ich lächle nämlich ziemlich oft. Aber es gibt auch Momente, in denen ich der Grübler bin und für Außenstehende den Eindruck erwecke, ein ernster Typ zu sein. Ich glaube, ich habe eine gute Mischung. Es gibt Sachen, die mich nicht loslassen, über die muss ich so lange nachdenken, bis ich zufrieden bin da kann ich schon hartnäckig oder akribisch sein. Das können private Dinge sein, aber auch z.B. rollenspezifische.
|
|
|
R.I.S. hat viel mit Biologie, Chemie und Physik zu tun, es werden viele wissenschaftliche Ausdrücke benutzt. Wie hast Du Dich darauf vorbereitet oder bist ein naturwissenschaftliches Talent?
Nein, Geographie war immer meine Spezialität in der Schule, wobei ich Biologie zumindest spannend fand. Was ich gehasst habe, waren Physik und Chemie. Insofern waren das eigentlich keine guten Grundvoraussetzungen für die Serie. Aber ich habe natürlich sehr genau die Bücher gelesen, und im Laufe des Drehgeschehens war ich damit ja ständig beschäftigt. Wobei wir uns natürlich nicht anmaßen zu behaupten, wir kennen das ganze Equipment. Aber immer, wenn eine Szene geprobt wird, beschäftigen wir uns natürlich damit, was wir tun und sagen, außerdem stehen uns immer Experten zur Seite.
|
|
|
Du hast hauptsächlich bisher in Krimis mitgewirkt. Hast Du ein besonderes Faible für das Genre oder waren die Besetzungen eher zufällig?
Beides, ich finde die deutschen Krimi-Formate sehr spannend: die SOKOs, Tatort etc, ich habe so etwas schon immer gern gesehen. Seitdem ich die Elemente der CSI-Struktur oder Profiler oder Akte X kennen gelernt habe, bin ich allerdings fasziniert.
|
|
|
Du hast gerade den achten Schimanski abgedreht und gesagt, dass Du viel von Götz George gelernt hast auch für Deine Rolle in R.I.S. Was hast Du gelernt?
In erster Linie Disziplin, was das Arbeitsverhalten betrifft: sich optimal vorbereiten, sich mit der Rolle auseinandersetzen, wie man mit Partnern umgeht Götz George hat eine andere Herangehensweise, und die lebt er wirklich vor, ohne oberlehrerhaft zu sein. Er ist ein immens wacher Kerl, der in jeder Richtung diszipliniert ist einfach grandios.
|
|
|
Du bist Österreicher und typischerweise Ski gelaufen in Deiner Jugend warst du sehr erfolgreich im Slalom und Riesenslalom wieso hast Du die Karriere nicht fortgesetzt und wie kam es dann zur Schauspielerei?
Ich wusste nicht, ob es wirklich gereicht hätte, und ich habe in dem Alter auch nicht so darüber nachgedacht, dass ich eine Entscheidung hätte treffen können. Außerdem hatte ich mit ca. 15/16 Jahren Probleme mit den Knien. Ich war an einem Punkt angelangt, an dem ich gemerkt habe, dass es zu viel ist. Meine Eltern haben mich aufgefordert zu reduzieren und dadurch war klar, Skifahren ist nur ein Hobby bzw. es war eine Zeitlang auch mein Job, ich habe nämlich als Skilehrer gearbeitet.
|
|
|
Wie bist Du dann Schauspieler geworden?
Als Junge wollte ich immer Flugzeugmechaniker werden ein Bubengedanke. Die Lust an der Schauspielerei habe ich beim Schultheater entwickelt, ich habe schnell gemerkt, dass für mich mehr dahinter ist, als einfach Märchen zu spielen. Ein Schauspieler aus dem Schauspielhaus Graz, der Vater einer Klassenkameradin, hat mich beobachtet und sagte mir, ich hätte viel Potenzial und er würde mich gern für die Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule vorbereiten. So hat sich das ergeben.
|
|
|
Du kommst ursprünglich aus Graz, lebst aber seit mehreren Jahren in Berlin. Wo fühlst Du Dich am wohlsten?
Es gibt momentan keine Stadt, in der ich mich wohler fühle als in Berlin das muss ich wirklich sagen. Hier ist es immens spannend und in jeder Hinsicht bereichernd, wobei ich in den grauen Wintermonaten manchmal die Sehnsucht habe, woanders hinzufahren. Graz wird immer meine Heimat bleiben, das ist keine Frage, aber Berlin ist definitiv mein Zuhause.
|
|
|
Wo kann man Dich in Berlin treffen und was machst Du am liebsten in Deiner Freizeit?
Ich halte mich sehr gern in Charlottenburg, in Mitte, in Potsdam, in Heiligensee, am Winterfeldtplatz oder am Viktoria-Luise-Platz auf. Im Caféhaus zu sitzen, ist eine meiner Leidenschaften, aber ich mache auch gern Sport wenn ich dazu komme. Wenn ich z.B. längere Zeit nicht jogge oder Fußball spiele oder Rad fahre, werde ich unruhig. Windsurfen und Skifahren liebe ich sehr, aber das geht hier nicht wirklich.
|
|
|
Wofür gibst Du am meisten Geld aus, legst Du Wert auf Kleidung?
Das meiste Geld gebe ich nicht für Kleidung aus, aber für die Wohnung und für gutes Essen ob im Restaurant oder zu Hause.
|
|