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„Die Erfüllung eines Kindheitstraums“

Interview mit dem Regisseur Dror Zahavi

War von Anfang an klar, dass Sie den Film inszenieren würden?

Nein. So weit ich weiß, hatte Heino Ferch das Projekt schon seit ungefähr fünf Jahren verfolgt und mit Ariane Krampe von teamWorx daran gearbeitet. Ich bin im Dezember 2005 ins Boot geholt worden, nachdem die Ausstrahlung der „Luftbrücke“ in Sat.1 so erfolgreich verlaufen war.

© Stephan Rabold - Sat1

In welcher Phase war die Produktion zu diesem Zeitpunkt?

Es existierten mehrere Fassungen des Drehbuchs, die aber noch ziemlich fragmentarisch waren. Biographische Stationen Schliemanns wurden mehr oder weniger aneinander gereiht, es fehlte aber der dramatische Bogen. Wir mussten die von sich aus bereits sehr interessante Figur Heinrich Schliemanns dahin bringen, dass sie auch dramaturgisch eine Funktion bekommt. Man kann aus Heinrich Schliemann keinen Indiana Jones machen, aber wir haben die Möglichkeiten genutzt, seine Figur durch Zuspitzungen zu dramatisieren, ohne dafür die Glaubwürdigkeit zu opfern.


Welches war das erste Bild in Ihrem Kopf, als Sie von dem Projekt hörten?

Ich war sofort begeistert von der Idee, endlich einmal in einem solchen Genre zu arbeiten. Für mich war es die Erfüllung eines Kindheitstraums. Ich bin mit Western- und Abenteuerfilmen aufgewachsen, und viele Elemente davon finden sich in unserer Geschichte wieder. Auch die Figuren haben von Anfang an meine Phantasie beflügelt. Schliemann habe ich sehr schnell verinnerlicht. Ich habe ihn nicht gemocht, aber verstanden. Dieser arrogante, reiche Geschäftsmann hat für eine Vision, ein Ideal, alles aufgegeben. Natürlich hatte er seine Gründe und wollte sich selbst ein Denkmal setzen. Aber sein Mut, diesen Weg zu gehen, um sich auf einem unsicheren neuen Terrain auszuprobieren, hat mich beeindruckt.

© SAT1

Wie war die Arbeit mit Heino Ferch?

Unsere Zusammenarbeit war von großem Vertrauen geprägt, wir kannten uns ja von der „Luftbrücke“. Da Heino sich mit dem Projekt schon lange beschäftigt hatte, hatte er auch schon viele Ideen und Vorstellungen dazu. Mal habe ich ihn bei den Dreharbeiten mehr in meine Richtung gezogen, und mal hat er mich überzeugt. Eine Leistung wie in diesem Film habe ich von ihm noch nicht gesehen. Er verkörpert den Wahnsinn, die Kraft und die Rücksichtslosigkeit eines Menschen, den bei der Verfolgung seines Ziels nichts aufhalten kann. Schliemanns anfängliche Zugeknöpftheit spielt er ebenso großartig wie seine Veränderung, wenn ihn die Erlebnisse mit Sophia allmählich immer menschlicher und liebenswerter machen.

 

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