Schnüffeln - Tödliche Drogen aus dem Badezimmerschrank

Viele Kinder und Jugendliche experimentieren aus Neugier und Leichtsinn mit dem Schnüffeln. Als "Schnüffeln" wird das bewusste tiefe Inhalieren von Dämpfen, Aerosolen, Gasen und ähnlichen flüchtigen Stoffen bezeichnet, um eine berauschende Wirkung zu erzielen. Rauschauslösende Schnüffelstoffe, wie Deo-Spray, Nagellackentferner oder Klebstoff sind im Alltag leicht zugänglich. Schnüffeln ist meist nur ein Übergangsphänomen bei Kindern und Jugendlichen, doch die Risiken und Gefahren werden schnell unterschätzt: Schon beim ersten Mal kann der Rausch tödlich enden. Der langfristige Gebrauch von Schnüffelstoffen ist mit erheblichen körperlichen, psychischen und sozialen Risiken und Folgeschäden verbunden.

Wirkung

Die alltäglichen Produkte, die für das Schnüffeln missbraucht werden, enthalten Butangas oder Lösungsmittel, die narkotisierend wirken. Die Wirkungsstärke hängt von der Konzentration des Gases in der Atemluft ab. Die spürbaren Auswirkungen reichen von Sauerstoffmangel, Benommenheit, Reizungen der Augen- und Nasenschleimhäute, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit bei kurzzeitiger Exposition, bis zu Gleichgewichtsstörungen und Verwirrtheit. Es kann zu Bewusstlosigkeit und Atemstillstand kommen. Da während der Bewusstlosigkeit nur schwache oder keine Reflexe vorhanden sind, besteht außerdem die Gefahr am Erbrochenen zu ersticken.

Gefahren und Risiken

Durch das Einatmen des konzentrierten Gases wird der Sauerstoff aus der Atemluft verdrängt und es kann sich ein Sauerstoffmangel (Hypoxämie) entwickeln. Die gefährlichste Auswirkung eines Sauerstoffmangels ist eine Schädigung des Hirns, bis hin zum völligen Erlöschen der Hirnfunktion. Der Sauerstoffmangel kann zu Herzrhythmusstörungen und Kammerflimmern führen. Auch besteht das Risiko einer Schädigung der Schleimhäute des Atmungstrakts. Langzeitkonsumenten laufen Gefahr, eine psychische Abhängigkeit mit Entzugserscheinungen und organische Langzeitschäden zu entwickeln. Da sich der schnell einsetzende Rausch nicht kontrollieren lässt, kann schon der erste Konsum tödlich ausgehen.

Maßnahmen im Ernstfall

Ruhe bewahren, denn während der Akutphase eines Schnüffelrauschs kann Stressbelastung tödlich sein. Dem Konsumenten Frischluft zuführen und im Zweifel einen Krankenwagen rufen, bei Atem- und Herzstillstand oder Bewusstlosigkeit auf jeden Fall für ärztliche Hilfe sorgen. Wenden Sie erste Hilfe-Maßnahmen an, wie die stabile Seitenlage und gegebenenfalls Atemspende oder Herzmassage. Bleiben Sie bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes beim Betroffenen und verhindern Sie eine Nahrungs- oder Getränkeaufnahme.

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