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Als Bayern-König Ludwig II. verkleidet

Söder: Orden wider den tierischen Ernst

Der bayerische Finanzminister Markus Söder hat die Diskussion über die Nachfolge von Ministerpräsident Seehofer auf seine Weise erledigt: Er kam als Bayern-König Ludwig II. nach Aachen.

24.01.2016 11:45 Uhr / dpa
Markus Söder
© dpa

Ein Auftritt mit Symbolkraft: Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) hat am Samstag den Karnevalsorden wider den tierischen Ernst bekommen - im Gewand von König Ludwig II. Söder teile in politischen Debatten so gerne aus, wie er einstecke, sagte der Präsident des Aachener Karnevalsvereins (AKV), Werner Pfeil, in der Festsitzung.

Mit dem Austeilen hielt sich Söder zurück

Mit dem Austeilen hielt sich Söder in seiner Antrittsrede allerdings eher zurück. Mit feiner Ironie lobte der "König" die Qualitäten seines "Verwalters Markus", der wegen einer "Flegelei" nicht selbst komme: Söder war für seine Forderung nach schärferen Kontrollen für einreisende Flüchtlinge direkt nach den Anschlägen von Paris auch vom Aachener Karnevalsverein kritisiert worden. "Vielleicht hat er ja doch ein bisschen Recht behalten", kartete Söder in seiner Königsrolle nach.

Also wenn sie ihn, den König Ludwig, fragen sollten, wer Nachfolger vom bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer werden solle, dann natürlich er: In seiner Position als bayerischer König sei das selbsterklärend.

Söder ist der fünfte CSU-Politiker, der den Orden erhielt

Kritik einstecken musste der Söder im Königsgewand für seine Äußerungen in der Flüchtlingsdebatte - etwa vom Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, "deutscher Hof- und Quotenmoslem": Die Flüchtlingsdebatte habe Söder wieder einmal zu Höchstleistungen angetrieben. Söder habe gleich mal das Grundrecht auf Asyl infrage gestellt, sagte Mazyek. Er forderte eine Obergrenze für "Populismus, für German Angst und die Anbiederung an die AFD".

Finanzminister Söder ist der fünfte CSU-Politiker, der den Orden für Humor und Menschlichkeit im Amt erhielt, nach Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und den früheren Parteichefs Edmund Stoiber, Theo Waigel und Franz Josef Strauß.

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