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Klare Worte gegen den künftigen US-Präsidenten Donald Trump

Streeps politische Rede bei den Globes

Meryl Streep findet bei der Hollywood-Gala klare Worte gegen den künftigen US-Präsidenten: "Respektlosigkeit lädt zu Respektlosigkeit ein, Gewalt animiert zu Gewalt."

09.01.2017 11:16 Uhr / dpa
Meryl Streep bei den Golden Globes 2017
© dpa

Für ihre politische Rede über den künftigen US-Präsidenten Donald Trump hat die Schauspielerin Meryl Streep viel Bewunderung von Hollywood-Kollegen geerntet. "Wenn die Mächtigen ihre Position benutzen, um andere zu tyrannisieren, dann verlieren wir alle", sagte die 67-jährige Streep in der Nacht zu Montag unter Tränen bei der Verleihung der Golden Globes.

"Respektlosigkeit lädt zu Respektlosigkeit ein, Gewalt animiert zu Gewalt"

Der eindrücklichste Auftritt des Jahres sei für sie nicht in einem Film gewesen, sondern, als Trump in einer Wahlkampfrede die Bewegungen eines körperlich Behinderten nachgeäfft habe. "Es hat mein Herz gebrochen, als ich es gesehen habe, und ich kann es noch immer nicht aus meinem Kopf bekommen. (...) Dieser Instinkt, andere zu demütigen - wenn es von jemandem in der Öffentlichkeit vorgemacht wird, von jemand Mächtigem - zieht sich in den Alltag von uns allen." Schließlich gebe das anderen Menschen vermeintlich die Erlaubnis, dasselbe zu tun: "Respektlosigkeit lädt zu Respektlosigkeit ein, Gewalt animiert zu Gewalt."

Die Galagäste im Saal hörten gebannt zu. Viele reagierten sichtlich gerührt, einige hatten Tränen in den Augen. Auch beim Kurznachrichtendienst Twitter lobten viele Streeps Auftritt: "Ein überwältigender Moment, wie wir ihn selten im Fernsehen sehen", schrieb etwa Regisseur Michael Moore über Streeps "leidenschaftliche Golden-Globe-Rede". Schauspielerin Julianne Moore verwies auf das Streep-Zitat "Wenn die Mächtigen ihre Position benutzen, um andere zu tyrannisieren, dann verlieren wir alle" - und ergänzte: "Danke #MerylStreep". Ihre Kollegin Juliette Lewis twitterte: "Meryl Streep sagt alles, was gesagt werden muss auf sehr profunde und elegante Weise." Danny Glover twitterte: "Ich kann immer darauf setzen, dass Meryl etwas Signifikantes sagt".

Trump sagte, er sei von Streeps Kritik "nicht überrascht"

Zuvor hatte Streep bereits über die Herkunft vieler der nominierten Stars gesprochen. Hollywood sei voll von Ausländern: "Wenn wir sie alle aus dem Land werfen, gibt es für uns nichts mehr zu schauen außer Football und Mixed Martial Arts", sagte die US-Schauspielerin über den Kampfkunst-Sport, von dem Trump großer Fan ist. Die dreifache Oscargewinnerin wurde bei der Gala mit dem Cecil B. Demille-Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Wenig später äußerte sich Trump in einem Telefoninterview der "New York Times". Er sei von Streeps Kritik "nicht überrascht", sagte er und bezeichnete Streep als "eine Hillary Freundin" in Anspielung auf die unterlegene Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton. Er habe die Verleihung der Golden Globes zwar nicht gesehen. Er sei aber schon früher von "liberalen Filmleuten" attackiert worden.

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