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Sprengstoffweste stellt sich aber als Attrappe heraus

Pariser Polizei feuert auf Mann mit Bombenattrappe

Die Polizei hat vor einem Pariser Kommissariat einen Mann niedergeschossen, der eine Attrappe einer Sprengstoffweste trug. Die Tat ereignete sich am Jahrestag des Überfalls auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo".

07.01.2016 13:31 Uhr / dpa
Attentat auf Charlie Hebdo 2015
© dpa

Am Jahrestag des Anschlags auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" hat die Pariser Polizei einen Mann mit einer Sprengstoffgürtel-Attrappe niedergeschossen. Der Angreifer sei mit einem Messer bewaffnet gewesen und habe "Allah ist groß" gerufen, sagte der Sprecher des französischen Innenministeriums, Pierre-Henry Brandet, am Donnerstag im Sender BFMTV. Nach ersten Informationen hatte er versucht, in ein Polizeikommissariat im Norden der französischen Hauptstadt einzudringen.

Brandet erläuterte zunächst, dass der Angreifer einen Gegenstand bei sich trug, bei dem es sich möglicherweise um einen Sprengstoffgürtel handeln könnte. Bombenexperten rückten an und gaben bald Entwarnung: Das Objekt stellte sich als Attrappe heraus.

Wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Justizkreise meldete, bestand sie aus einer Tasche mit Klebeband, aus der ein Kabel herausragte. Es sei aber kein Sprengstoff gefunden worden. Der Mann, der von einem Sprengstoffroboter untersucht worden war, lag leblos auf dem Bürgersteig.

"Es ist viel zu früh, um von einem Terrorakt zu sprechen", sagte Brandet dem Sender France Info. "Man muss vorsichtig sein. Es handelt sich um einen Angriff."

Die Hintergründe waren zunächst unklar. Der Tatort nahe dem bei Touristen beliebten Viertel Montmartre wurde weiträumig abgesperrt, Innenminister Bernard Cazeneuve begab sich dorthin.

Ein Jahr nach dem Anschlag auf "Charlie Hebdo"

Bei den Anschlägen auf "Charlie Hebdo", eine Polizistin und einen koscheren Supermarkt hatten Islamisten im Januar 2015 insgesamt 17 Menschen getötet. In den folgenden Monaten war Frankreich immer wieder das Ziel islamistischer Terroristen. Gewalttätiger Höhepunkt war die Mordserie in Paris und Saint-Denis im November, bei der 130 Menschen getötet wurden. Seitdem gilt in Frankreich der Ausnahmezustand.

In dieser Woche wird mit zahlreichen Gedenkveranstaltungen an die Opfer der Januar-Anschläge erinnert. Am Donnerstag warb Präsident François Hollande vor Vertretern von Polizei, Gendarmerie und Militär erneut für eine Verschärfung der Sicherheitsgesetze.

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