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Reisetrends 2016 – Sicherheitsbedenken und Weltraum-Tourismus

Beim Reisen sorgen sich Urlauber vermehrt um ihre Sicherheit. Richard Branson wagt unterdessen einen neuen Vorstoß im Weltraum-Tourismus.

Reisetrends 2016

Deutschlang gilt bekanntlich als Reiseweltmeister. 2014 hoben über 81 Millionen Passagiere von deutschen Flughäfen in Richtung Ausland ab, dies ermittelte das Statistische Bundesamt im letzten Jahr anlässlich der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB). Die beliebtesten Reiseziele deutscher Urlauber sind im europäischen Raum vorzufinden. Allem voran Spanien gilt weiterhin als favorisierte Reisedestination, insbesondere die deutsche Urlaubsinsel Mallorca, aber auch Gran Canaria sowie das portugiesische Eiland Madeira werden von deutschen Touristen häufig frequentiert.

Eine Studie von Deutschlands größtem Reiseportal Holiday Check ermittelte im Vergleich zum Vorjahr ein Buchungsplus von 40 Prozent für die südeuropäischen Tourismusländer Spanien und Portugal. Unter den Pauschalreisen konnte hingegen Bulgarien am meisten zulegen. Die im Osten der Balkanhalbinsel gelegene Republik gilt nicht nur als besonders sicheres Reiseziel, sondern setzt sich mit durchschnittlichen Reisekosten von 67 Euro pro Person für Flug, Unterkunft und Verpflegung auch an die Spitze der günstigsten Urlaubsziele 2016.

Sicherheitsbedenken beeinflusst Reiseverhalten

Laut der Reiseportal-Studie wird das Reiseverhalten deutscher Urlauber aber vor allem von der Sicherheitslage im Reiseland beeinflusst. Die Länder Ägypten, Tunesien und auch die Türkei werden von Urlaubsreisenden derzeit als extrem unsicher eingestuft. „Der Tourismus spielt für die klassischen Reiseziele im Norden Afrikas und Osten Europas eine zentrale Rolle, ist aber von der Außen- und Sicherheitspolitik des Landes abhängig. Nur eine aktive Sicherheits- und Aufklärungspolitik kann Urlaubern die Angst vor Terroranschlägen nehmen und einen Zusammenbruch der Tourismus-Branche verhindern“, so die Einschätzung eines Experten von www.reisedeals.com .

Das Auswärtige Amt empfiehlt Urlaubsreisenden unterdessen ein „sicherheitsbewusstes und situationsgerechtes Verhalten“ und warnt vor der omnipräsenten Terrorgefahr gerade innerhalb der Verkehrsinfrastruktur, die in Risiko-Ländern primär Ziel terroristischer Gewaltakte würde. Aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise sowie Reisewarnungen sind auf der Webseite des Auswärtigen Amts auf www.auswaertiges-amt.de für Urlauber jederzeit abrufbar und sollten bei der anstehenden Urlaubsplanung berücksichtigt werden.

Indessen hat das Sicherheitsbedenken keinerlei Auswirkungen auf die Wahl des Verkehrsmittels. 55 Prozent aller Auslandsreisen wurden 2014 mit dem Flugzeug absolviert, womit das Flugzeug noch vor dem Pkw, dem Bus und der Bahn das am häufigsten genutzte Reisemittel für Auslandsreisen war. Diese Statistik unterstreichen ebenfalls die Ergebnisse im „UrlaubsMonitor“ von Holiday Check: 83 Prozent aller Reisenden werden durch Sicherheitsbedenken nicht bei der Auswahl des Transportmittels beeinflusst. Sie würden trotz alledem weiterhin mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegen.

Weltraum-Tourismus unternimmt neuen Anlauf

Mit Sicherheitsrisiken ganz anderer Art hat die Reisebranche bezüglich des Weltall-Tourismus zu kämpfen. Bereits im letzten Jahr sollten die ersten Weltraum-Touristen ins All befördert werden. Ideengeber des innovativen Reiseangebots war das Raumfahrt-Unternehmen Virgin Galactic unter der Führung des Milliardärs Richard Branson, der selbst als einer der ersten ins Weltall reisen wollte. Kurz vor dem Start des Projekts jedoch explodierte Ende 2014 bei einem der letzten Testflüge das Raumflugzeug „SpaceShipOne“. Ein Triebwerksschaden war vermutlich verantwortlich. Das 18 Meter lange Raumfahrzeug brach nach der Explosion auseinander. Einem der beiden Piloten kostete der Testflug das Leben, der andere musste mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden, nachdem er sich über den Schleudersitz retten konnte.

Nun startet Richard Branson seinen nächsten Versuch. Das „SpaceShipTwo“ wurde am 19. Februar im kalifornischen Mojave Air and Space Port der Öffentlichkeit vorgestellt, erste Tests wurden allerdings noch nicht ausgeführt. Läuft alles nach Plan, so wird das Raum-Shuttle Reisende circa 100 Kilometer über die Erde fliegen, wo Weltraumpassagiere die Erde nicht nur aus einzigartiger Perspektive bewundern können, sondern sich auch über Minuten der Schwerelosigkeit freuen dürfen. Namensgeber des neuen Raumflugzeugs ist übrigens der weltberühmte Astro-Physiker Stephen Hawking, wie Virgin Galactic über Twitter mitteilte. „Unity“ lautet der Name der neuen Raumfähre.

Prominente Passagiere kann das Unternehmen bereits vorweisen. Angeblich hätten sich der kanadische Teenie-Schwarm Justin Bieber sowie der jüngste Oscar-Gewinner Leonardo di Caprio und auch Stephen Hawking selbst einen Platz im Raumschiff gesichert. Mit einem inoffiziellen Ticketpreis von 250.000 US-Dollar (umgerechnet knapp 200.000 Euro) ist die Fahrt bis ans Ende der Welt jedoch kein günstiges Vergnügen. Angeblich seien bereits Anzahlungen für hunderte weitere Tickets geleistet worden. Bevor es soweit ist, muss die VSS Unity aber eine mehrstufige Testphase absolvieren. Der erste Testflug soll in Kürze vonstattengehen. Die Raumfähre wird im sogenannten „captive carry flight“ mit einem Trägerflugzeug vom Typ „White Knight Two“ verbunden bleiben.

Big Brother auf dem Mars geplant

Mit dem Weltraum-Tourismus am Rande der Erde gibt sich die Reisebranche aber längst nicht zufrieden, auch weil die technischen Möglichkeiten noch weitaus fernere Reiseziele in Aussicht stellen. Das derzeit wohl prominenteste Beispiel ist die Mission „ Mars One “. Die gleichnamige niederländische Stiftung bastelt an einer bemannten Mission zum Roten Planeten. Problem hierbei: Ein Rückflug ist nicht geplant. Stattdessen sollen die Mars-Reisenden in vorab installierten Wohnmodulen mit 50 Quadratmeter Wohnfläche Platz finden und in einer Art kosmischer Big-Brother-Fernsehveranstaltung Verbindung zu Mutter Erde halten.

Durch den Verkauf der TV-Rechte sollen die Kosten für die Mars-Reise gedeckt werden, die mit geschätzten sechs Milliarden Euro nicht gerade gering ausfallen. Geplant ist die Umsetzung des Projekts jedoch erst für das Jahr 2026. Dann soll ein Team aus den aktuell noch 100 übrigen Bewerbern zusammengestellt sein und nach dem Start innerhalb von 210 Tagen auf dem Mars ankommen. Auch wenn ein Rückflugticket kein Bestandteil der Reise ist, hatten sich zahlreiche Menschen weltweit für den Flug beworben. Darunter befindet sich mit dem Darmstädter Studenten Robert P. Schröder sogar ein Deutscher.

Er würde im Falle eines erfolgreichen Fluges gemeinsam mit seinen Kollegen zu den ersten Menschen auf dem Mars zählen. Bislang wurde der Planet, der je nach Position im All zwischen 55 und 400 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist, lediglich von Robotern der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA besucht. Seitdem ist klar, dass der Mars für den Menschen zumindest im Raumanzug bewohnbar ist. Zwar besitzt der Rote Planet lediglich eine dünne Atmosphäre, zumindest sind aber ein fester Boden und gemäßigte Temperaturen vorhanden. Nach jüngsten Erkenntnissen soll es sogar Wasser auf dem Mars geben.

Das größte Problem liegt aber in der medizinischen Versorgung der Astronauten, die in einem Raumschiff logischerweise nur bedingt möglich ist. Von bisherigen Raumfahrt-Missionen ist bekannt, dass Raumfahrer meist mit einem stark geschwächten Immunsystem zur Erde zurückkehren sowie unter Knochen- und Muskelschwund leiden, der durch den Aufenthalt in der Schwerelosigkeit begründet ist. Und dies ist bereits nach wenigen Wochen Aufenthalt im Weltraum zu beobachten. Trotz der unbestreitbaren physischen, aber auch psychischen Belastung fiel das Anforderungsprofil der „Mars One“ an Bewerber aber relativ profan aus: Eine „gute Gesundheit, soziale Kompetenz und gute Kenntnisse des Englischen“ wurden vorausgesetzt.

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