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Mehr Sicherheit für Kinder

9. Juni 2008

© dpa
Kinderunfälle in den kommenden fünf Jahren um 20 Prozent verringern Foto: © dpa

Berlin. Unfälle sind das größte Gesundheitsrisiko für Kinder
in Deutschland. 2006 hat sich fast jedes sechste Kind unter 15
Jahren so verletzt, dass es behandelt werden musste, wie
Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) am Dienstag in Berlin
erklärte. Von den rund 1,6 Millionen Kinderunfällen pro Jahr seien
mehr als die Hälfte vermeidbar, betonte die Kinderbeauftragte der
SPD-Fraktion im Bundestag, Marlene Rupprecht, anlässlich des
bundesweiten Kindersicherheitstags.

Pro Jahr kämen in Deutschland mehr als 300 Kinder wegen Unfällen
ums Leben, kritisierte die Präsidentin der
Bundesarbeitsgemeinschaft «Mehr Sicherheit für Kinder», Stefanie
Märzheuser. Mehr als 60 Prozent der Unfälle von Kindern im
Kindergarten- und Grundschulalter ereigneten sich zu Hause oder auf
dem Spielplatz.

Um das Risiko zu minimieren, seien sichere Produkte und eine
kindgerechte Wohnungseinrichtung wichtig, sagte Märzheuser.
«Erwachsene haben die Pflicht, Kindern eine gesunde und sichere
Umwelt zu bieten.» Fensterriegel verhinderten tödliche
Fensterstürze, ein Herdschutzgitter schütze vor Verbrennungen. Zur
Vermeidung von Bränden in Kinderzimmern sollten außerdem in jeder
Wohnung Rauchmelder angebracht werden, forderte Rupprecht.

10. Juni - Kindersicherheitstag

Am Kindersicherheitstag informieren Politiker,
Mediziner und Verbände über Unfallgefahren im Alltag. Das Motto in
diesem Jahr lautet «Kinder wollen Sicherheit». Der Aktionstag bildet
den Auftakt einer Kampagne, die durch regionale Veranstaltungen bis
zum Jahresende fortgesetzt wird. Nach Angaben der
Bundesarbeitsgemeinschaft «Mehr Sicherheit für Kinder» verunglücken
in Deutschland jährlich rund 1,7 Millionen Kinder, mehr als 464 000
von ihnen im Heim- und Freizeitbereich. Der Kindersicherheitstag wird
seit 2000 am 10. Juni begangen.

Neben den Eltern seien jedoch auch Politik und Industrie in der
Pflicht, Gefahrenquellen zu beseitigen, betonte die
SPD-Politikerin. So müssten Kinderrechte im Grundgesetz verankert
und die EU-Richtlinie für Kinderspielzeug verschärft werden.
Insbesondere die Grenzwerte für Chemikalien dürften durch die
Reform nicht gelockert werden, sagte Rupprecht. «Die Sicherheit der
Kinder muss das oberste Ziel sein.» Außerdem müsse das GS-Zeichen
(»Geprüfte Sicherheit») so lange erhalten bleiben, bis ein
EU-weites Prüfzeichen existiere.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft «Mehr Sicherheit für Kinder» hat
sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Kinderunfälle in Deutschland in
den kommenden fünf Jahren um 20 Prozent zu verringern. Um auf ihr
Anliegen aufmerksam zu machen, demonstrierten vor dem Berliner
Reichstag rund 300 Kinder mit Fahrradklingeln, Trommeln und
Transparenten für besseren Unfallschutz.

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