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Jetzt Baur der Favorit auf den Bundestrainerposten

DHB: Prokop wird es wohl nicht

Die Suche nach einem neuen Handball-Bundestrainer gestaltet sich schwieriger als gedacht. Topkandidat Prokop hat dem DHB wohl abgesagt. Nachfolger des scheidenden Dagur Sigurdsson könnte jetzt ein Weltmeister von 2007 werden.

30.11.2016 15:18 Uhr
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© dpa

Weltmeister statt Wunschkandidat: Nach der offenbar besiegelten Absage von Christian Prokop gilt Markus Baur als heißester Anwärter auf den frei werdenden Posten des Handball-Bundestrainers. Nach Informationen mehrerer Medien hat sich Prokop für einen Verbleib beim SC DHfK Leipzig entschieden und wird nicht Nachfolger von Dagur Sigurdsson, der nach der WM im Januar 2017 auf eigenen Wunsch aus dem Amt scheidet.

Noch nichts bestätigt

DHB-Vizepräsident Bob Hanning wollte dies am Mittwochmittag noch nicht bestätigen. "Stand jetzt gibt es nichts Neues zu vermelden. Wir sind in Gesprächen", sagte Hanning der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich kündigte er an, dass eine Entscheidung in diesem Jahr eher unwahrscheinlich sei.

Das lässt den Schluss zu, dass Prokop dem Deutschen Handballbund (DHB) einen Korb gegeben hat. Denn Hanning kündigte für den Abend eine Erklärung des Leipziger Trainers im Anschluss an das Bundesligaspiel bei der SG Flensburg-Handewitt an. Prokop selbst verkündete vor der Partie lediglich: "Ich habe meine Entscheidung getroffen." Wie diese aussieht, verriet er erst einmal nicht.

Beim Bundestrainer-Casting galt Prokop bisher als erste Wahl. 2015 hatte der 37-Jährige die Leipziger in die Eliteklasse geführt und war zum "Trainer des Jahres" gekürt worden. Vor einigen Wochen hatte er seinen Vertrag bei den Sachsen bis 2021 verlängert. Der Verein hatte vehement um Prokop gekämpft, auch die Fans baten den Coach auf emotionalen Plakaten um den Verbleib in der Messestadt. Das zeigte offenbar Wirkung.

Baur jetzt Favorit?

So steht plötzlich Markus Baur ganz oben auf der Kandidatenliste. Zu Wochenbeginn gab es ein erstes Gespräch zwischen dem Trainer des Bundesligisten TVB 1898 Stuttgart und Hanning. "Wir wurden von beiden Seiten sauber darüber informiert, jetzt müssen wir abwarten, wie es weitergeht", sagte TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten".

Baur steht in Stuttgart zwar noch bis 2018 unter Vertrag, hatte zuletzt aber Interesse an der Nachfolge von Sigurdsson signalisiert. "Es gibt schlechtere Jobs als den des Bundestrainers", sagte der 45-Jährige.

Der Weltmeister von 2007, der 228 Länderspiele für Deutschland bestritt, gilt als akribisch und erfolgshungrig. Zudem kennt er die Verbandsstrukturen bestens: Von 2012 bis 2016 war Baur Trainer der DHB-Junioren, die er in diesem Sommer bei der U20-EM zu Silber führte. "Er kennt die Mechanismen und die jungen Spieler", sagte Hanning.

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