Unterhaltung

Quentin Tarantino spricht sich für seinen Kollegen und gegen das Jury-Urteil aus

Ben Affleck bleibt der Regie-Oscar verwehrt

11.01.2013 15:00 Uhr / AFP, Quotenmeter.de, Spielfilm.de
Ben Affleck
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Von Andrea Ballmann

Dass Ben Affleck für die Inszenierung des siebenfach Oscar-nominierten Kritikerlieblings "Argo" keine Nennung in der Regie-Kategorie erhielt, ist für viele ein großer Schock bei den diesjährigen Oscar-Nominierungen. Die Liste der Award-Anwärter wurde am Donnerstag in Los Angeles bekannt gegeben.

"Argo" gehört zu den am meisten geachteten Filmen des Jahres, und Affleck wurde unter anderem bei den Golden Globes, den BAFTAs sowie den Preisen der Regisseurgewerkschaft berücksichtigt. Und dennoch blieb dem Schauspieler, der für seine Wandlung zu einem versierten Regisseur gefeiert wird, zum dritten Mal eine Oscar-Nominierung in dieser Kategorie verwehrt.

Seinen Kollegen Quentin Tarantino ereilte dasselbe Schicksal: Auch der Regisseur von "Django Unchained" darf nicht ins Rennen um den Regie-Oscar starten. "Es wäre schön gewesen und so, aber am Ende des Tages tut es mir mehr für Ben Affleck leid", behauptet Tarantino im Gespräch mit "BANG Showbiz". "Er hätte das wirklich verdient und ich glaube, wir alle haben angenommen, dass er ihn bekommt."

Ins Rennen um einen Oscar als bester Regisseur gehen stattdessen David O Russel ("Silver Linigs"), Ang Lee ("Life of Pi"), Michael Haneke ("Amour"), Benh Zeitlen ("Beast of the Southern Wild") und Steven Spielberg ("Lincoln").

"Lincoln" gilt als Top-Favorit

Für Spielberg blieb dies nicht die einzige Nominierung: Sein Historiendrama "Lincoln" hat Chancen auf insgesamt zwölf Awards und ist damit Favorit bei den diesjährigen Oscars. Unter anderem wurde der Streifen über den amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln an diesem Donnerstag als bester Film des Jahres nominiert. Der Erfolgsregisseur von Filmen wie "E.T.", "Jurassic Park" und "Schindlers Liste" hatte nach eigenen Angaben nicht damit gerechnet.

Der US-taiwanische Regisseur Ang Lee, dessen Romanverfilmung "Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger" in elf Kategorien ins Rennen geht, sagte, er sei "zutiefst geehrt und verblüfft über so viele Nominierungen". Sein Streifen ist genau wie das Filmmusical "Les Misérables" und die Tragikomödie "Silver Linings" Anwärter auf den besten Film des Jahres. Außerdem nominiert sind in der Königskategorie Afflecks Spionage-Thriller "Argo", Tarantinos Western "Django Unchained", der Independent-Film "Beasts of the Southern Wild" sowie "Zero Dark Thirty".

Zwei Österreicher erobern Hollywood

Bei der Bekanntgabe der Nominierungen in Los Angeles glänzte auch der Film "Liebe" des Österreichers Michael Haneke. Die deutsche Koproduktion könnte in fünf Kategorien einen Oscar holen, darunter ebenfalls als bester Film des Jahres und bester nicht-englischsprachige Film.

Der Haneke sagte im ORF, eine solche Ehrung werde normalerweise nur großen Blockbustern mit berühmten Namen zuteil. "Es ist angenehm für einen europäischen Autorenfilm, dass er damit konkurrieren kann", sagte der 70-Jährige. Freuen darf sich auch der deutsch-österreichische Schauspieler Christoph Waltz. Mit seiner Rolle als Kopfgeldjäger in Tarantinos "Django Unchained" könnte er zum zweiten Mal einen Oscar als bester Nebendarsteller gewinnen.

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