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Als @pontifex wird Benedikt XVI. beim sozialen Netzwerk Twitter aktiv

Der Papst beginnt zu zwitschern

04.12.2012 11:30 Uhr / Spiegel.de, Focus.de, Ftd.de
Papst Benedikt XVI.
© Verwendung weltweit, usage worldwide

Von Andrea Ballmann

Als erster Papst der Geschichte hat sich Benedikt XVI. (85) bei Twitter angemeldet. Nur wenige Stunden nach der Aktivierung seines Kontos @pontifex hatte er schon hundertausend Follower. Wie "Spiegel Online" mitteilte, bestätigten sowohl das soziale Netzwerk als auch der Vatikan die Echtheit seines Accounts.

Nach dem vatikanischen Kanal beim Videoportal YouTube, den bereits knapp 36.000 Nutzern abonniert haben, nutzt Papst Benedikt XVI nun mit Twitter das nächste moderne, soziale Netzwerk. Dies gab der Vatikan auf einer Pressekonferenz am Montag bekannt.

Neben dem englischsprachigen Twitter-Konto @pontifex wurden sieben weitere angelegt, über die das Oberhaupt der katholischen Kirche seinen 140-Zeichen-Segen in verschiedenen Sprachen geben werde. Auf Deutsch werde er über den Account @pontifex_de seine Botschaften verbreitet werden.

Allerdings brauche Benedikt noch eine kurze Eingewöhnungsphase: Erst ab 12. Dezember werde er regelmäßig tweeten und dann auch auf Fragen seiner Follower und anderer Nutzer antworten, kündigte der Betreiber des Dienstes an. Bis dahin könne man Fragen mit dem Schlagwort #askpontifex einsenden.

Urbi @ obri

Nach Angaben des "Focus" und der "Financial Times Deutschland" seien die bereits eingegangenen Fragen oftmals kritisch und merkwürdig. Spaßvögel würden zum Beispiel wissen wollen, "wieso Gott die Gründung von RTL zugelassen hat", "welches Smartphone er benutzt" oder ob man "fürs Onanieren in die Hölle oder nur ins Fegefeuer kommt". Kirchenkritiker würden dem Papst teilweise unangenehme Fragen stellen wie "warum er armen Menschen predige, dass Kondome schlimmer seien als Aids" und "warum er Lesben und Schwule diskriminiere".

Wie der Vatikan mitteilte, werde der Papst nur "ausgewählte Fragen" beantworten, die sich mit dem Glauben beschäftigen. Wie das dann aussehen könnte, hatte der Pontifex bereits im Juni vergangenen Jahres vorgemacht: In seinem allerersten Tweet gab er – damals noch über das Twitter-Konto von Radio Vatikan – den Start eines neuen Nachrichtenportals der katholischen Kirche bekannt. Auf Englisch hatte er hinzugefügt: "Gelobt sei unser Herr Jesus Christus! Mit meinen Gebeten und Segenswünschen, Benedictus XVI".

Vielleicht ändert Benedikt ja bald auch den uralten päpstlichen Segen "urbi et obri", "der Stadt und dem Erdkreis", in ein moderneres "urbi @ obri".

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