Oscars® 2015

Boyhood

Die 87. Verleihung der Academy Awards in Los Angeles könnte für die eine oder andere Überraschung sorgen. Neben der Showbiz-Satire "Birdman" und der Komödie "Grand Budapest Hotel" ist Richard Linklaters Coming-Of-Age-Geschichte "Boyhood" der am häufigsten nominierte Film in diesem Jahr. Und das, obwohl der dokumentarisch angehauchte Film so gar nicht typisch für Hollywood ist.

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© dpa

Richard Linklater, bekannt durch seine "Before..."-Trilogie ("Before Sunrise", "Before Sunset" und "Before Midnight"), hat mit "Boyhood" ein zwölfjähriges Langzeitprojekt beendet, das über den gesamten Zeitraum mit demselben Ensemble gedreht wurde. Ethan Hawke , der zuvor schon in den drei „Before“-Filmen eine Hauptrolle übernahm, Ellar Coltrane und Patricia Arquette geben die Protagonisten, die in den zwölf Jahren natürlich auch in der Realität gealtert sind. Das Ende der fiktiven Studie war schwer einzuschätzen, da die jeweiligen Entwicklungen der Schauspieler nicht absehbar waren. Die durchaus positive Kritik und die Oscar®-Nominierungen entschädigen für das Risiko und den Wagemut von Linklater. 

Kann der Außenseiter Boyhood den Oscar® holen?

Eine so aufwendige und realistische, aber dennoch traumhafte Geschichte hat noch keiner der Oscar-Kandidaten erzählt. Der experimentelle Ansatz Linklaters ist lobenswert, das Ergebnis aber überrascht auch die größten Fans des texanischen Regisseurs.

Linklater erzählt in knapp 165 Minuten das allmähliche Erwachsenwerden des zu Anfang des Films sechsjährigen Mason (Ellar Coltrane), nachdem seine Mutter (Patricia Arquette) mit ihm und seiner Schwester wieder nach Texas zieht. Dort lebt auch sein Vater (Ethan Hawke), der auf einmal wieder ins Leben von Mason rückt. In den zwölf Jahren bis zur Reife trinkt Mason sein erstes Bier, raucht seinen ersten Joint, aber auch die erste große Liebe und immer wieder aufkeimende Probleme mit seiner Mutter und anderen wichtigen Personen bleiben nicht aus. Es ist am Ende keine allzu außergewöhnliche Geschichte, die der heranwachsende Mason erlebt, doch wie jede Adoleszenz gibt es hier die bekannten Höhen und Tiefen, die eigentlich das Leben eines jeden Teenagers filmreif machen. 
Eben das ist die große Stärke von Linklater, der keine Übertreibungen und keine Helden braucht, um berührende Geschichten zu erzählen. "Boyhood" ist der bisherige Höhepunkt seines Schaffens und ist damit mit Recht einer der Favoriten auf den einen oder anderen Oscar®.
Der Film feierte seine Welt-Premiere beim Sundance Festival 2014 und wurde auch in Deutschland auf der Berlinale 2014 gezeigt. Dort konnte Richard Linklater den Silbernen Bären für die beste Regie, den Leserpreis der Berliner Morgenpost und den Preis der Gilde deutscher Filmkunsttheater gewinnen. Nach mehreren Preisen auf nationalen Festivals war "Boyhood" auch einer der großen Gewinner bei den Golden Globes. Die Preise für die beste Regie, den besten Film und die beste Nebendarstellerin gingen allesamt an "Boyhood". Dass der Film also Potenzial hat steht außer Frage. 
Interessant dürften auch die Quoten der Wettanbieter für die Oscar®-Nacht sein, die in den meisten Kategorien für „Boyhood“ am dürftigsten ausfallen. Demzufolge ist der Film für die Wettbranche der Favorit auf den Oscar® für den besten Film , die beste Regie und die beste Nebendarstellerin (Patricia Arquette). Ginge es nach den Buchmachern, steht die Überraschung der Oscars® 2015 schon fest. Darüber, ob die Wetteinsätze sich auszahlen, wird aber erst die Verleihung am 22. Februar Aufschluss geben.

Alles rund um die Oscars® 2015

ProSieben präsentierte die 87. Academy Awards - live und exklusiv aus dem Dolby Theatre in Hollywood! Durch die Gala führte erstmals der Schauspieler Neil Patrick Harris ("How I Met Your Mother"). Wer gehörte dieses Jahr zu den glücklichen Preisträgern?

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