Oscars® 2015

Der Richter: Recht oder Ehre - Mehr als nur ein weiterer Justizthriller

Den Namen Robert Downey junior verbindet man inzwischen in erster Linie mit Film-Franchises wie "Sherlock Holmes", "Iron Man" oder den "Avengers". Eine andere Seite seines schauspielerischen Repertoires und gleichzeitig seine Qualitäten als Produzent zeigt er in dem Film "Der Richter – Recht oder Ehre", in dem er das hierzulande wohl bekannteste Gesicht ist.

Downey und Duvall
© dpa

Nicht Downey jr., sondern der eher unter Cineasten bekannte Robert Duvall ist es jedoch, der diesem Werk nun zu Oscarwürden® verhelfen könnte: Nachdem er schon für den Screen Actors Guild Award nominiert war, kann er sich nun für seine Darstellung in "Der Richter: Recht oder Ehre" Hoffnungen auf den Oscar® als Bester Nebendarsteller machen.

Zwischen Gerichtsthriller und Generationsdrama

Downey jr. spielt in dem 2014 herausgekommenen Film Hank Palmer, einen moralisch fragwürdigen Großstadtanwalt, der besonderen Gefallen daran gefunden hat, offensichtlich Schuldige vor dem Gefängnis zu bewahren. Ganz anders sein Vater, gespielt von Duvall, der in der Provinz als gerechter Anwalt geachtet ist. Die beiden ungleichen Charaktere treffen aufeinander, als Hank zur Beerdigung seiner Mutter in seine Heimat zurückkehrt und sich entschließt, seinen inzwischen an Alzheimer erkrankten Vater zu verteidigen. Denn der findet sich nach einem Verkehrsunfall selbst auf der Anklagebank wieder.
Mit dieser Handlung ist "Der Richter: Recht oder Ehre" einerseits ein klassischer, fast schon altmodischer Gerichtsthriller. Andererseits weist er auch Merkmale eines Heimkehrer- oder Familiendramas auf. Bekannte Versatzstücke wurden hier genutzt, um einen Film zu machen, der sich auf Emotionen und zwischenmenschliche Beziehungen stützt, gleichzeitig aber auch eine krimitypische Spannung aufweist. Durch diese unverbrauchte Mischung und durch das intensive, aufeinander abgestimmte Spiel seiner beiden Hauptakteure hebt er sich aus der Masse vergleichbarer Werke heraus. 

Ein Kurswechsel des Regisseurs

Doch nicht nur den Schauspielern, sondern auch dem Regisseur muss Achtung gezollt werden. Denn bisher war David Dobkin nicht gerade jemand, der für schwere Kost oder gar große Filmkunst bekannt ist. Mit "Shanghai Knights" gelang ihm dank eines gut gelaunten Schauspielensembles zwar eine unterhaltsame Komödie, viele seiner anderen Werke wie "Wie ausgewechselt" oder "Mr. Woodcock" wurden von den Kritikern jedoch alles andere als wohlwollend bewertet. 
Nun hat er einen Kurswechsel vollbracht, sogar selbst am Drehbuch mitgeschrieben und damit einen Erfolg erzielt: Auch wenn im Mittelpunkt des Award-Interesses der bereits 1984 mit dem Oscar ausgezeichnete Robert Duvall steht, so ist "Der Richter: Recht oder Ehre" doch auch insgesamt ein preiswürdiger Film, der von der Mehrzahl der Kritiker gelobt wird. Auch, weil er eben mehr ist als ein reiner Gerichtsthriller.

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