Oscars® 2015

Marion Cotillard - Vom französischen Spatz zum international gefeierten Superstar

Geht es um europäische Hollywood-Exporte, hat Frankreich zweifellos eine der Spitzenpositionen inne: Ob Jean Reno, Eva Green, Charlotte Gainsbourg oder Juliette Binoche, die Liste international erfolgreicher Schauspieler aus Frankreich ist lang und prominent besetzt. Gemessen an ihren aktuellen Auszeichnungen wird die Liste von Marion Cotillard angeführt. Die gebürtige Pariserin erhielt neben vielen anderen Awards bereits 2008 den Oscar® für ihre Darstellung der Édith Piaf in "La vie en rose". 

Marion Cotillard
© dpa

Marion Cotillard gehört spätestens seit Auftritten in Blockbustern wie "Inception" oder "The Dark Knight Rises" auch zu den international bekanntesten und am besten verdienenden Schauspielerinnen der Welt. Dass dieser Status sie nicht an der weiterhin qualitativ hochwertigen Arbeit hindert, beweist ihre erneute Oscarnominierung® : Wieder ist sie als beste Hauptdarstellerin nominiert, dieses Mal für ihre Rolle in " Zwei Tage, eine Nacht ".

Verlockung und Moral in Zeiten des Kapitalismus

Für das vielschichtige Drama der Brüder Dardenne kehrte Cotillard nach diversen Hollywood-Engagements wieder zum französischen Kino zurück. Sie spielt in "Zwei Tage, eine Nacht" Sandra, eine an Depressionen erkrankte Arbeiterin, für deren Entlassung ihren Kollegen eine Bonuszahlung winkt. In an Friedrich Dürrenmatt erinnernder Manier entscheiden sich die Arbeiter daher zunächst für Sandras Entlassung. Doch Sandra bekommt von ihrem Arbeitgeber eine zweite Chance, die an ihre eigene Moral appelliert. Denn Sandra könnte bleiben – doch an ihrer Stelle müsste ein Kollege nach Ablauf seines Zeitarbeitsvertrags gehen. 
Damit stellt "Zwei Tage, eine Nacht" eine Fallstudie dar, die präzise der Frage nachgeht, wie es in Zeiten des neoliberalen Kapitalismus um Moral, Gemeinschaftssinn und Identitätskrisen steht. Im Zentrum steht dabei stets Sandra als auslösendes Moment. Eine in ihren Überzeugungen und ihrer Überzeugungskraft starke Frau, stark gespielt von Marion Cotillard.

Die Femme fatale, um die sich alles dreht

"Zwei Tage, eine Nacht" ist ein Film, der sich gut in Cotillards Filmographie fügt. Sie ist prädestiniert für figurenbezogene Stoffe, in denen sie selbst oft den Dreh- und Angelpunkt mimt. Damit steht sie für eine Filmtradition, die sich eng an der vorgefundenen gesellschaftlichen Realität orientiert. Gleichzeitig hat Cotillard aber auch eine Vorliebe für anspruchsvolle Phantastik. Dafür sprechen etwa der märchenhafte "Big Fish", die sozialkritische Comicverfilmung "The Dark Knight Rises", die surreale Zeitreisestory "Midnight in Paris" oder das philosophisch angehauchte Science Fiction-Meisterwerk "Inception". In diesen Filmen gehört Cotillard zwar meist einem größeren Schauspielensemble an, doch auch hier stellt sie stets eine auslösende Figur dar, oft eine Femme fatale, deren Charme die Filmhelden ins Unglück stürzt. Es wird sich zeigen, ob sie auch bei den Oscars® erneut im Mittelpunkt stehen wird – als beste Hauptdarstellerin. 

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