Oscars® 2015

Robert Duvall: Awardnominierung für einen Routinierten

2015 hat Robert Duvall nun erneut die Chance auf die begehrteste Trophäe Hollywoods: Die Academy wählte ihn für "Der Richter - Recht oder Ehre" unter die Nominierten in der Kategorie Bester Nebendarsteller.

Robert Duvall
© dpa

Ist von US-amerikanischen Charakterdarstellern die Rede, ist der Name Robert Duvall meist nicht weit. Der 1931 geborene Mime und Gelegenheits-Regisseur gehört spätestens seit den 1960er Jahren zu jener Riege von Schauspielern, die für anspruchsvolle Filmkost stehen. Eine Anerkennung seines Könnens ließ nicht allzu lange auf sich warten: Nach mehreren Nominierungen erhielt Duvall 1984 für seine Darstellung eines alkoholkranken Ex-Countrystars in "Comeback der Liebe" den Oscar® als bester Hauptdarsteller. Weitere Auszeichnungen wie ein Stern auf dem Walk of Fame und ein Emmy folgten. 

Vom Richter zum Angeklagten

Im Zentrum des Films, der Motive eines Familien-Dramas mit den Merkmalen eines Gerichtsfilms mischt, steht ein erfolgreicher, doch moralisch fragwürdiger Anwalt, gespielt von Robert Downey Jr. Als er zur Beerdigung seiner Mutter in seinen Heimatort zurückkehrt, trifft er auf seinen schwer kranken Vater - ebenfalls Anwalt, doch weitaus geachteter als sein Sohn. Was ihn allerdings nicht davon abhält, nach einem Verkehrsunfall auf der Anklagebank zu landen. 
Für sein gewohnt intensives Spiel des Vaters, der mit seinem Sohn hadert und sich mit den Trümmern dessen, wofür er steht, konfrontiert sieht, erhielt Duvall viel Lob. Auch für den Screen Actors Guild Award war er 2015 bereits nominiert, und nun brachte diese Rolle ihm also die sechste Oscarnominierung® ein.

Gerichtsfilme, Action und ein Hauch von Patriotismus

"Der Richter – Recht oder Ehre" passt gut in Duvalls Filmographie: Filme und Serien mit juristischen Motiven wie "Wer die Nachtigall stört" oder "Die Unbestechlichen" gehören zu seinem festen Repertoire. Aber auch in anspruchsvollen Actionfilmen tauchte er auf: Als Lieutenant Colonel Bill Kilgore sorgte er in "Apocalypse Now" für eines der berühmtesten Zitate der Filmgeschichte und in "Colors – Farben der Gewalt" geriet er als Polizist in einen blutigen Bandenkrieg. Hin und wieder konnte man Robert Duvall aber auch in Popcornfilmen begegnen. Etwa, als er in "Deep Impact" versuchte, die Erde vor dem Untergang durch einen Kometenaufprall zu bewahren.
Versuchte man, Duvalls Filmauswahl auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, so ließe sich sagen, dass sie alle einen Hauch von US-Patriotismus und American Dream in sich tragen. Manchmal taucht das Motiv pervertiert auf, wird in Frage gestellt – aber mindestens ebenso oft wird es auch hervorgehoben. Das passt auch zu Duvalls politischen Einstellungen: Der Schauspieler ist für seine libertär-konservative Haltung bekannt, unterstützte unter anderem George W. Bushs und Mitt Romneys Wahl-Kampagnen.

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