Oscars® 2015

Two Days One Night - Ein Oscar® für das Kämpfen um Solidarität

Jean-Pierre und Luc Dardenne sind berühmt dafür in ihren Filmen die heutige Gesellschaft in ihren feinsten Facetten darzustellen, ohne Langweile aufkommen zu lassen - trotz der so vermeintlich alltäglich wirkenden Themen. Doch gerade in diesem Alltäglichen steckt das höchst Dramatische: die Existenznot. 

Two Days One Night
© dpa

Bereits mit ihrem großen Durchbruch "Rosetta" im Jahr 1999 schufen die belgischen Filmemacher ein Drama, das Zuschauer und Fachjurys auf der ganzen Welt berührte und mit der jungen Rosetta mitfiebern ließ, die unter einer alkoholkranken Mutter zu leiden hatte und versuchte ihren Platz in der Welt zu finden. 
2014 kehrten die Brüder und Sympathisanten der Berliner Schule, welche nicht nur Regie führen, sondern auch das Drehbuch zu ihren Filmprojekten schreiben, mit einer ebenso bewegenden wie realitätsnahen Geschichte zurück. Sandra, dargestellt von Marion Cotillard ("The Dark Knight Rises", "Inception"), hat nur ein Wochenende Zeit um ihre sechzehn Kollegen davon zu überzeugen, auf einen Bonus von 1000.- Euro zu verzichten.

Solidarität, Realität und Menschlichkeit

So appelliert die starke Protagonistin von "Two Days one Night" auf einem mühevollen Kreuzweg an das Gewissen ihrer Kollegen, um ihren Job behalten zu können. Zwar ist sie gebeutelt von einer monatelangen Depression, doch der Kampfgeist ist in ihr erwacht - sie will die Grundlage ihrer Existenz nicht verlieren - und ihr Ehemann Manu (Fabrizio Rongione) ist an ihrer Seite. Doch auch für ihre Kollegen steht viel auf dem Spiel: Sie brauchen das Geld für ihr eigenes Leben und ihre Familien. Manchmal ist sich jeder selbst der nächste, manchmal gewinnt die Solidarität die Oberhand. Es stellen sich mehr und mehr Fragen der gesellschaftlichen Moral und Sandra schlittert zwischen Zusagen und Absagen hin und her, wodurch sie an ihre Grenzen gerät.

Nominiert , gewonnen und bald die ganz große Entscheidung

Marion Cotillard trägt den Film mit ihrer außergewöhnlichen Performance und der Stärke einer unglaublichen Frau, wofür sie u.a. den European Film Award als beste Schauspielerin erhielt und bald stehen auch die ganz großen Entscheidungen an: Cotillard darf sowohl auf einen César Award als auch auf einen der begehrten Academy Awards, den Oscar® , hoffen. Mit Sicherheit wird sie den Zuschauern und der Jury mit ihrer einzigartigen Schauspielkunst, welche sie durch ein lebensnahes Drehbuch über den Zusammenhalt in einer Gesellschaft, Kapitalismus und Neoliberalismus trägt, im Gedächtnis bleiben. Doch sie muss sich gegen Schauspielgrößen wie Reese Witherspoon (für ihre Rolle in " Der große Trip - Wild ") und Julianne Moore , die mit ihrer Rolle in " Still Alice " als Favoritin gilt, durchsetzen. 

Ein Meisterwerk mit Überraschungen

Mit "Two Days one Night" gewannen die Dardenne-Brüder ihre zweite Goldene Palme in Cannes und schufen ein für sie ungewöhnlich kämpferisches Werk, das die Protagonistin in einem überraschenden Schluss mit Stolz von der Bühne gehen lässt - so wie man es sich für Cottillard am Tag der Oscars® nur wünschen kann.

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