Ratgeber

Das Einmaleins der Nährstoffe

Kalorien zählen: Top oder Flop?

Kalorien sind doof, keine Frage, sie liefern aber auch Anhaltspunkte dafür, wie fett- und zuckerhaltig wir am Tag essen. Wer Kalorien zählen möchte, um abzunehmen und eine bestimmte Nährstoffgrenze nicht zu überschreiten, braucht jedoch nicht nur Zeit, sondern auch Disziplin. Und es bleibt die Frage: Lohnt sich der Aufwand überhaupt?

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Kalorien zählen: Was es verspricht und tatsächlich bringt

Viele Diäten preisen den Vorteil des Kalorienzählens, denn wenn man am Tag weniger zu sich nimmt, als man verbraucht, nimmt man schließlich ganz automatisch ab. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat daher pauschale Kaloriengrenzen für jedes Alter, Geschlecht und jede Berufsgruppe festgelegt. So weit die Theorie, doch wie sieht es in der Praxis aus?

Fest steht: Wer Kalorien zählt, bekommt ein Gefühl dafür, welche Lebensmittel wie viele Nährstoffe haben. Ein Blick auf die Chipspackung, die jeden Samstag vor dem Fernseher dran glauben muss, wird so zu einem echten Aha-Erlebnis – im negativen Sinne, versteht sich, denn 100 Gramm der beliebten Knabberei schlagen mit mehr als 500 Kalorien zu Buche. Wer demnach weiß, wie viele Kalorien er täglich zu sich nimmt, kann auch mehr darauf achten, weniger zu essen, als der Körper durch Bewegung, Konzentration und Schlaf verbrennt, denn nur so klappt es mit dem Abnehmen  schließlich. Der Haken an der Sache: Richtwerte bei der Kalorienzufuhr berücksichtigen nicht, wie viel der Energie verzehrter Lebensmittel vom Körper tatsächlich umgesetzt werden – jeder Mensch ist schließlich verschieden.

Kalorien zählen: Mehr Schein als Sein

Kurzfristige Erfolge sind mit diesem Konzept kein Problem, auf lange Zeit jedoch bleiben die Erfolge aus. Neu ist diese Erkenntnis allerdings nicht, denn schon in den 60er Jahren löste der Trend der Atkins-Diät  das sture Kalorienzählen ab. Der Grundgedanke: Nicht auf die bloße Kalorienmenge, sondern darauf, was man zu sich nimmt, kommt es an, sprich wie viel Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett. Da Eiweiß für den Körper besonders wichtig ist, Proteine heutzutage im Essen aber nur noch in geringer Menge enthalten sind, isst der Mensch, um seinen Eiweißspeicher zu füllen, so lange, bis das Ziel erreicht ist – und nimmt dabei jede Menge zusätzlicher Kohlenhydrate und Fette auf. Die Folge: Gewichtszunahme. Das Kalorienzählen berücksichtigt dieses Phänomen hingegen nicht, denn wer nur Lebensmittel mit wenigen Nährstoffen zu sich nimmt, hat schneller wieder Hunger und enthält dem Körper wichtige Eiweiße vor. Beispiel: unverarbeitete Nüsse. Sie enthalten viele Proteine, aber auch viele Kalorien. Dennoch gelten sie als gesund, denn sie machen lange satt und sorgen für einen niedrigen Insulinspiegel.

Fazit: Jeder Mensch hat einen anderen Stoffwechsel , eine andere Konstitution und Bakterienflora – daher sind wenige Kalorien nicht automatisch auch für jeden die beste Diät. Kalorien zählen sollten Sie somit nur, um ein Bewusstsein für den Energiegehalt einzelner Lebensmittel zu bekommen, nicht aber, um grundsätzlich abzunehmen.

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