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Appetitzügler im Test: (Neben)Wirkungen der Diätpillen

Kaum etwas ist so begehrt und doch so schwer wie die schlanke Linie. Wirkt sonst nichts, helfen mitunter Appetitzügler. Test sei Dank wird jedoch schnell klar, welche Schlankheitspille wirklich hilft und welche sogar schadet. Das Ergebnis gibt's hier.

14.09.2014 17:00 | 1:10 Min | © Sat.1

Wie wirken die Diätpillen?

Der Markt für Schlankheitsmittel boomt, denn mit kaum etwas anderem lässt sich so viel Kapital schlagen wie mit dem Traum vom  Wunschgewicht . Zu den beliebtesten Mitteln – neben  Diäten  – gehören Appetitzügler. Das Prinzip klingt simpel: Etwa eine Stunde vor dem Essen eine Pille einnehmen und abwarten. Die enthaltenen Quellmittel sollen im Gehirn den Hunger dämpfen. Im Gehirn? Ja, denn von hier aus wird dem Körper signalisiert: Hunger! Geschluckt und im Magen angekommen wächst die Pille, wird größer und größer. Beim anschließenden Essen setzt das Sättigungsgefühl so früher ein.

Das Ziel: weniger Kalorien zu sich nehmen und so die Fettpolster angreifen.

Im Video erfahren Sie, welche Lebensmittel natürliche Appetitzügler sind!

Doch wirken Appetitzügler wirklich? Kurzfristig ja, auf lange Sicht ist die Einnahme jedoch ziemlich teuer – bis zu 100 Euro pro abgenommenes Kilo. Und: Ohne eigenes Zutun funktionieren auch die Schlankheitspillen nicht. Denn selbst wirkungsvolle Präparate ohne viele Nebenwirkungen wirken nur zusätzlich zu einer  Ernährungsumstellung zum Abnehmen  und einem professionellen  Diätplan .

Appetitzügler im Test

Erhältlich sind Appetitzügler in Apotheken, in Reformhäusern und im Internet – einige rezeptfrei, einige verschreibungspflichtig, einige für schon 20 Euro, andere für viel mehr. Seriöse Hersteller werben für ihre Präparate heute mit wissenschaftlichen Studien, denn neugierig auf neue Methoden sind viele, wirken sollten diese aber schon. Der Sieger im Appetitzügler-Test: „CM 3 Alginat“, ein rezeptfreies Quellmittel, das im Vergleich zu rezeptpflichtigen Präparaten ähnlich wirkte, aber harmloser sei, so das Ergebnis dreier Studien. Ein Freifahrtschein ist das jedoch nicht, denn auch rezeptfreie Appetitzügler können unangenehme Begleiterscheinungen mit sich bringen, zum Beispiel Verdauungsprobleme und Verstopfungen.

Appetitzügler im Test: (Neben)Wirkungen der Diätpillen
Erhältlich sind Appetitzügler aller Art in Apotheken, in Reformhäusern und im Internet.  © Pixelot - Fotolia

Extreme Nebenwirkungen hat das Präparat „Tenuate Retard“ – rezeptpflichtig und nur unter ärztlicher Betreuung anzuwenden. Die Wirkung: kurz anhaltend. Nicht nur mit Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Herzrasen verbunden, sondern auch teuer ist „Reductil“, das monatlich mit 90 Euro zu Buche schlägt. Ob die Einnahme es wert ist, sollte man sich also gut überlegen. Das Gleiche gilt für das Präparat „Boxogetten“, das zwar mit 30 Euro pro Monat um ein Vielfaches günstiger ist, aber neben Nervosität und Bluthochdruck auch Kopfschmerzen und Reizbarkeit zur Folge haben kann. Schlank und zickig? Auch keine gute Alternative.

Warnung vor Schlankheitspillen

Gefahrlos und  gesund abnehmen  – das klappt mit Appetitzüglern nicht. Hochrisiko-Präparate mit den Inhaltsstoffen Norpseudoephedrin und Fenfluramin sind in Deutschland bereits nicht mehr auf dem Markt, denn sie haben schwerwiegende Nebenwirkungen. Sie machen süchtig, können Herzrasen herbeiführen und Lungenhochdruck auslösen. Noch immer aber sind gefährliche Schlankheitsmittel im Internet rezeptfrei verfügbar, zum Beispiel Produkte aus China. Vor „Chaso“ und „Chaso Genpi“ warnt sogar die amerikanische Arzneimittelbehörde. Abgeraten wird auch von Präparaten mit scheinbar rein pflanzlichen Inhaltsstoffen, denn auch sie enthalten chemische Substanzen und sind oft unzulänglich gekennzeichnet.

Weitere problematische Appetitzügler gibt es auf Rezept – fragt sich, welcher Arzt diese verschreibt. Kritisch zu sehen sind beispielsweise Produkte, die Appetitzügler und  Abführmittel  in einem sind. Doppelte Wirkung? Fehlanzeige. Doppelte Risiken schon eher, denn sowohl eine Überdosierung als auch eine Anwendung über längere Zeit sind gefährlich.

Fazit im Test: Finger weg von Appetitzüglern, denn sie schaden definitiv mehr, als sie nützen, und wirken nur begleitend zu einer radikalen Diät. In diesem Falle aber können Sie auf die Pillen auch gleich verzichten – und damit auch auf die Nebenwirkungen.

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